"Holocaust" / Mythus des 20. Jahrhunderts
- Ausführliche Informationen über die Päpste der
Nazizeit
-
(Kirche zum Mitreden, 18.06.2002)
Ich bin froh, dass ich kein Jude bin!
a) Katholischer Katechismus für das Erzbistum Köln, Aachen
1898:
(aus: Reue und Vorsatz, S. XVI:) Erinnere dich auch der so vielen und
großen
Wohlthaten, mit denen Gott dich überhäuft hat; wie er dir
Leben,
Gesundheit, tägliche Nahrung und Kleidung, gute Eltern und einen
heiligen
Schutzengel gegeben; wie du es ihm allein zu verdanken hast, daß
du nicht ein Heide oder Jude, sondern ein Kind der heiligen
katholischen
Kirche bist.
(aus: Kurze Erklärung der heiligen Messe, S. XX): Die Epistel
(Brief) ist meistens ein Abschnitt aus den Briefen der Apostel. Das
Evangelium
ist ein Abschnitt aus einem der vier Evangelium. Um dieses zu lesen,
geht
der Priester auf die andere Seite des Altares. Dadurch deutet er an,
daß
die christliche Heilswahrheit von den Juden verworfen wurde und zu den
Heiden überging.
b) Pohle-Gierens, Dogmatik Bd. 3, Paderborn (9)1937:
(aus: Vorzeichen der Jüngsten Tages, Ss. 697f) Zum ersten
Vorzeichen
[i.e. Evangelienverkündung auf der ganzen Erde] erhalten wir eine
nähere zeitliche Bestimmung in der Lehre Pauli von der Bekehrung
der
Juden zum Christentum. Vgl. Rom 11,25 ff.: "Denn ich will euch,
Brüder,
über dieses Geheimnis (to mysterion touto) nicht in Unwissenheit
lassen
..., daß die Blindheit einem Teil von Israel zuteil geworden, bis
die Fülle der Heiden (plenitudo gentium) eingegangen ist. Und so
wird
ganz Israel gerettet werden (omnis Israel salvus fieret), wie
geschrieben
steht (Is 59, 20): Aus Sion wird der Retter kommen, der da wegnimmt und
abwendet die Bosheit von Jakob... Denn gleichwie auch ihr einst Gott
nicht
glaubtet, jetzt aber um ihres Unglaubens willen Barmherzigkeit erlangt
habet, so glauben auch sie jetzt nicht zu eurer Erbarmung, damit auch
sie
Barmherzigkeit erlangen." Aus dieser Perikope läßt sich wohl
mit Sicherheit annehmen: a) daß die Majorität der
Völker
oder wenigstens die Völker in ihrer Majorität (plenitudo
gentium)
das Christentum zuletzt wirklich annehmen; b) daß daraufhin auch
das Volk Israel sich zum Eintritt in die Kirche Christi herbeilassen
wird.
Der leidenschaftliche Antisemitismus Martin Luthers kann diese
Auslegung,
die freilich kein Dogma sein will, nicht umstoßen, da der Apostel
ausdrücklich von einem "Geheimnis" spricht und die
Judenbekehrungen
nicht auf die physischen Eigenschaften der Rasse, sondern auf einen
Ratschluß
der göttlichen "Barmherzigkeit" zurückführt. Beide
Momente
hat Luther übersehen, als er schrieb (Sämtl. Werke, Jenaer
Ausg.
Bd. VIII, S. 109): "Ein Jude oder jüdisch Herz ist so
stock-stein-eisen-teufelhart,
daß mit keiner Weise zu bewegen ist... Es sind junge Teufel, zur
Hölle verdammt... Daß etliche aus der Epistel zum Römer
im 11. Kapitel solchen Wahn schöpfen, als sollten alle Juden
bekehrt
werden am Ende der Welt, ist nichts." Allerdings mag Luther darin recht
haben, daß man die "geheimnisvolle" Tatsache nicht auf die
Bekehrung
aller jüdischen Individuen oder den Eintritt des ganzen
Judenvolkes
als Nation in die Kirche Christi deuten darf; denn auch die Bekehrung
der
nichtjüdischen Völker oder die plenitudo gentium braucht
nicht
in diesem prägnanten Sinne verstanden zu werden. Man wird hier wie
dort an bloße Massenkonversionen zu denken haben, wie neben
Augustinus
auch der hl. Hieronymus erklärt (In Habac. III, 17 ML 25, 1333)".
c) Otto Kuss, Die Theologie des Neuen Testaments, Regensburg
(2)1937:
(s. auch Problemfall "Neue Osnabrücker
Zeitung")
Die ungläubigen Juden kämpfen in dieser entscheidenden
Auseinandersetzung
der Weltgeschichte auf der Seite des Teufels: "Ihr stammt von eurem
Vater,
dem Teufel, und wollt die Begierden eures Vaters tun. Jener war ein
Menschenmörder
von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, weil Wahrheit nicht in
ihm
ist" (Joh 8,44). Der Teufel ist bis zuletzt der heimliche Widersacher,
der sich hinter den Juden versteckt.
d) F. van der Meer, Das Glaubensbekenntnis der Kirche, Köln
1954 /
Freiburg (5)1963:
(Kapitel "Das Mysterium Israels", 184-187) Der Endzeit ist ein Zeuge
aus
der Vorzeit zugesellt, der einzige, der zu beiden gehört und von
dem
darum hier die Rede sei: das heutige Israel. Es gehört nicht zur
Kirche:
es hat nicht den GEIST. Und es wartet auf einen andern, so daß
viele
gefragt haben, wozu es noch da ist. Und doch besteht es fort,
offensichtlich
beschützt und unausrottbar, das eindrucksvollste Bild eines
Volkes,
das Gott gegen alles Widrige erhält. Schon die frühesten
Väter
haben in ihm eine unleugbare Spur der Menschwerdung gesehen, eine
leibhaftige
Bestätigung des Dramas auf dem Lithostratos [(von stronnymi
(stornymi)
bedecken) "Steinpflaster" -> Mosaikboden; cf. Joh 19,13: "Als
Pilatus diese
Worte hörte, ließ er Jesus hinausführen. Er setzte sich
auf den Richterstuhl, an dem Platze, der Lithosstrotos heißt, auf
hebräisch Gabbatha."], die monumentalste aller Inschriften Gottes,
den unübersehbarsten Zeugen Christi. Aber es ist ein negativer
Zeuge:
Israel kann Ihn nicht sehen, es ist blind.
Die Erblindung Israels gehört zu den Geheimnissen der
Heilsveranstaltung.
Sie hängt wie eine dunkle Wolke über dem Alten Testament.
Seit den Tagen, da Israel in der Wüste gegen die Völker des
Gelobten
Landes eine Notgemeinschaft bildete, saß die Widerspenstigkeit
gegen
Gott diesem Volk im Blut. Bis zur Zeit des Exils schlich es in
Glück
und Unglück immer wieder zu den Göttern der mächtigen
Nachbarvölker.
Seine trotzdem immer wieder bestätigte Auserwählung ist ein
Rätsel
göttlicher Treue, und wenn wir bedenken, daß auch die
Schrift
diese unaufhörliche Untreue mit klaren Worten Ehebruch an Jahwe
nennt,
erscheint sie uns als ein unüberbietbarer Erweis von Gottes
unbegreiflicher
Langmut.
Nach der Exilszeit findet nur ein Rest Gnade in Gottes Augen, und erst
in der Zerstreuung und unter fremder Herrschaft beginnt die Flamme der
Furcht Gottes ruhiger zu brennen. Aber die Gott fürchten und die
Verheißung
erwarten, sind nur die Kleinen und Stillen im Land; die Hierarchie und
die Eiferer pochen auf das Gesetz und die Werke und auf ihre rituelle
Reinheit.
Ihre Erblindung ist die eigentliche Tragödie des Neuen Testaments.
Sie wird zum Wahnsinn: sie töten ihren eigenen Gesalbten, ihren
Davidssohn.
Es ist ein Geheimnis, das wir nicht ergründen können: was wir
davon wissen, verdanken wir Paulus, den der Geist antrieb, dieses
Geheimnis
in drei ergreifenden Kapiteln des Römerbriefs zu behandeln.
Sie empfingen die Kindschaft, die Herrlichkeit, die Testamente, die
Gesetzgebung, den Gottesdienst, die Verheißungen; ihnen
gehören
die Väter, und von ihnen stammt dem Fleische nach Christus [vgl.
Rö
9,4f.]. Dennoch sind sie ausgeschlossen, verworfen, außerhalb des
Reiches. Letzte sind nun Erste; die von den Hecken und Zäunen
sitzen
mit Abraham zu Tisch; das Reich ist ihnen genommen und, um sie zur
Eifersucht
anzuspornen, einem Volke gegeben, das Frucht trägt: »Was
mein
Volk nicht war, werde ich mein Volk nennen, und den Nicht-Geliebten den
Geliebten« [Os 2,25].
Der Geist sagt, daß es nicht darum war, weil Israel die Frohe
Botschaft nicht begriff. Es war, weil der Menschensohn »den
ganzen
Tag Seine Hände ausstreckte nach einem ungläubigen und
widerspenstigen
Volk« [vgl. Is 65,2]. Der Feigenbaum war unfruchtbar, die Trauben
in diesem sorgsam umhegten Weinberg sauer, die Stirnen härter als
Stein. Gottes Wort war freilich nicht vergeblich; als es vergeblich
schien
im fleischlichen Israel, ging es auf im mystischen Israel der
Söhne
der Verheißung, und so wie der Herr Isaak erweckt hatte aus dem
erstorbenen
Schöße der Sara, erweckte Er dem Abraham Kinder aus den
Steinen
des Heidentums. Aber es bleibt eine Tragödie. Die Schrift selbst
hat
uns die Klagen bewahrt, die diese Tragödie in Christus und Paulus
hervorrief: beide Kinder des alten Volkes, beide Werkzeuge seiner
Verwerfung,
der eine als das gesalbte Zeichen des Widerspruchs, der andere als
Bringer
des Erbes zu den Fremden. Von Christus sind es jene Worte über die
heilige Stadt, die jeder Christ kennt: »Daß doch auch du es
erkenntest, was dir zum Frieden dient! Aber es ist vor deinen Augen
verborgen.«
- »Jerusalem, Jerusalem, das die Propheten getötet und
gesteinigt,
die zu dir gesandt worden sind, wie oft habe ich deine Kinder
versammeln
wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel
sammelt,
aber du hast nicht gewollt« [Lk 19, 42; Mt 23, 37]. Und von
Paulus
die Klage, die jene Kapitel des Römerbriefs einleitet: »Ich
sage die Wahrheit. Ich lüge nicht. Und auch mein Gewissen bezeugt
es mir im Heiligen Geiste. Ja, groß ist mein Schmerz,
unaufhörlich
der Kummer meines Herzens« - mit den wie von Sinnen gesprochenen
Schlußworten: »Ich wünschte, selber verflucht und von
Christus ausgeschlossen zu sein - um meiner Brüder willen, meiner
Verwandten nach dem Fleische. Denn sie sind Israeliten« [Rö
9, 1-4].
Die Heiden, die »nicht nach der Gerechtigkeit strebten, empfingen
sie« [vgl. 9, 30]; Israel, das zweitausend Jahre ausgeschaut
hatte,
wurde blind und wartete blind weiter. Selbst die kleine
Christengemeinde
aus der Beschneidung, die in der Halle Salomons gesungen hatte, die
Petrus
mit Stolz ihren eigenen Apostel nennen konnte, wurde zerstreut und ging
in der Catholica auf, wo kein Unterschied sein sollte zwischen Juden
und
Griechen. Und ihr einstiger Mittelpunkt, die Jerusalemer
Pfingstgemeinde,
die den Bruder des Herrn als Bischof gehabt hatte, Maria als Glied und
die Apostel als Gäste, floh im Jahre 70 vor den Heeren des Titus
nach
Pella, und seitdem ist sie spurlos verschwunden hinter den rauchenden
Trümmern
des Tempels.
Aber die meisten blieben außerhalb des Reiches. Alles kam
über
dieses Geschlecht, alles gerechte Blut, das vergossen war von Abel bis
zum Sohn des Barachias und von diesem bis zu Christus: sein »Haus
wurde verödet zurückgelassen« [vgl. Mt 23, 38]. Nach
der
Zerstörung Jerusalems in den Jahren 70 und 135 irren die Juden als
Flüchtlinge umher, ohne Hauptstadt, ohne Tempel, ohne Opfer. Und
da,
in unsern Tagen, die ersten von ihnen in ihr heiliges Land
zurückgekehrt
sind, finden sie hier die Kinder Saras und die Kinder Hagars, und am
Fuße
des Berges Sion steht Ismael noch immer Isaak gegenüber. Immer
vertrieben
und nie in Ruhe gelassen, mit einem Finger in allen Kirchenverfolgungen
und mit dem ganzen Leib in allen Leiden; königlich und prophetisch
und doch irdisch gesinnt, scharfsinnig und doch mit einem Geist der
Dumpfheit,
mit Augen, um nicht zu sehen, Ohren, um nicht zu hören, und mit
jenem
ergreifenden blinden »Eifer ohne Einsicht«, von dem Paulus
spricht und der uns noch heute erschreckt und erbaut zugleich [vgl.
Rö
11, 8; 10, 3].
Ihre Erblindung ist ein Geheimnis, und es geht nicht an, dagegen zu
murren. Gott, der den Pharao verhärtete, verstockt, wen Er will;
auch
das Gefäß Israel kann Er bestimmen, wozu Er will, denn Er
ist
der Bildner der Tongefäße.
Aber ein Rest ist geblieben, durch Vorherbestimmung aus Gnade, und
in jenem Rest wird dieses Volk am Ende der Geschichte den Fluch
abschütteln.
In Seiner Barmherzigkeit hat Gott auch den Unglauben der Juden nicht
verstoßen:
mit geduldigem Vertrauen und in der Erwartung großer Dinge
läßt
die Kirche an jedem Karfreitag aufs neue für die Juden beten,
»daß
unser Herr und Gott die Blindheit von ihrem Herzen nehme und auch sie
erkennen
unsern Herrn Jesus Christus«. Denn wenn schon ihr Tod des Heiden
Brot war und ihr Fall die Heiden aufstehen ließ, was wird dann
ihre
eigene Erfüllung sein? Sie ist so groß in Gottes Plan,
daß
sie diesen Plan abschließt und dem Ende unmittelbar voraufgeht.
Ihr
Aufstehen zur Erkenntnis wird das Zeichen für die allgemeine
Auferstehung.
Einmal aufgesprungen, werden die erniedrigten Gebeine eine Schar sein,
blühender als die unabsehbaren Scharen von Christen, die das Reich
Gottes dem zeitlichen Verdorren Israels verdanken. Dann wird offenbar
werden,
daß sie die alte Wurzel geblieben sind und daß die Zweige
sich
nicht über die Wurzel erheben dürfen. Es ist ein Geheimnis,
schreibt
Paulus, aber wir wissen als gewiß, daß ein Teil Israels
verstockt
bleibt, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist. Dann wird ganz
Israel
gerettet werden. Dann bricht der Augenblick an, daß sie von Ihm,
»den sie von nun an nicht mehr sehen«, sagen werden:
»Gesegnet,
der da kommt im Namen des Herrn« [Mt 23, 39]. Aber das alles wird
erst geschehen, wenn Er zum zweitenmal kommt. - O Abgrund der
Erkenntnis
Gottes, so fügt Paulus leise hinzu, wie unbegreiflich sind Seine
Wege
[vgl. Rö 11, 25-33].
Es gibt kein schmerzlicheres Geheimnis in der ganzen Schrift. Blind
steht die Geliebte Jahwes unter dem Kreuz, blind trägt sie die
Gesetzestafeln
und die Propheten. Hinter ihr fallen die Blinden von Breughel in die
Grube.
Jeder, der je über dieses Geheimnis nachgedacht hat, begreift,
warum
Jesus über Jerusalem geweint hat.
e) Kirchenlied nach C.J. Bierbaum, 1826
(einzige Strophe im Sursum Corda) Fest soll mein Taufbund immer stehn,
ich will die Kirche hören. Sie soll mich allzeit gläubig sehn
und folgsam ihren Lehren. Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad in
seine
Kirch berufen hat; nie will ich von ihr weichen.
[Im "Gotteslob", Regionalteil Aachen, Nr. 970, gibt es noch weitere
Strophen; hier 2 und 3:]
2. O Seligkeit getauft zu sein, in Christus neu geboren; von Adams
Schuld bin ich befreit, erlöst ist, was verloren. Wer kann
ermessen,
welche Gnad mir Gott, der Herr erwiesen hat? Mein Leben soll es danken.
3. O Seligkeit, getauft zu sein, in Christus eingesenket! Am Leben
der Dreieinigkeit ward Anteil mir geschenket. Ich bin der Kirche
Christi
Glied. Ein Wunder ist's, wie das geschieht. Ich bete an und glaube.
f) "Ich bin stolz darauf, dass ich Christ bin"
Das ist ein echtes Zitat (16. Juni 2002) von Franz
Kamphaus - V2-"Bischof" von Limburg, s. die entsprechende Meldung
des
"pressedienst". Zwar ist Kamphaus kein Christ und natürlich klebt
er an Nostra Aetate, so dass sein Zitat nur
sehr
bedingt zu der Überschrift passt, aber immerhin ist es in der
V2-Sekte
zulässig, Stolz auf das (vermeintliche) Christsein zu bekennen.
g) Anmerkungen
Angesichts Ratzingers Konvergierender Linien
und Nostra Aetate wird diese Aussage: "Ich bin
froh, dass ich kein Jude bin!", vielleicht nicht bei jedem sofort
Beifall
finden, deswegen haben wir sie direkt mit Ausschnitten aus katholischer
Literatur untermauert. Dazu noch einige Anmerkungen:
Natürlich ist: "Ich bin froh, dass ich kein Jude bin!", etwas
ganz anderes als z.B. "Ich bin froh, dass ich kein Weißer (oder
Schwarzer
etc.) bin!", oder: "Ich bin froh, dass ich nicht männlich (oder
weiblich
etc.) bin!". Das Judentum ist eine obsolete Religion, und für
jeden
Nichtkatholiken, ergo auch für die Juden, besteht die
indispensable
Pflicht der Bekehrung zur katholischen Kirche, während es keine
indispensable
Pflicht und auch keine ernstzunehmende Möglichkeit der
Änderung
von Hautfarbe oder Geschlecht gibt.
Die Kirche ist nicht in diktatorisch-totalitärer Weise nicht
antisemitisch;
sie kennt einen christlichen Antisemitismus,
der die Christen vor den ungerechten Schädigungen durch Juden
beschützen
will - eine an sich gute Sache, die heute leider wenig Zuspruch findet.
Der Katechismus von 1898 darf als sicher unbelastet von
nationalsozialistischer
Propaganda gelten; bei der Pohle-Dogmatik ist festzustellen, dass der
"leidenschaftliche
Antisemitismus Martin Luthers", der doch eine Rassenidiotie zumindest
vermuten
lässt, zurückgewiesen wird. Besondere Brisanz gewinnt die
Passage
durch die Tatsache, dass Hitler in Mein Kampf
ja
so herzergreifend von Luther geschwärmt hatte: "Ihr Leben und
Wirken
wird in rührend dankbarer Bewunderung verfolgt und vermag
besonders
in trüben Tagen gebrochene Herzen und verzweifelnde Seelen wieder
zu erheben. Hierzu gehören aber nicht nur die wirklich
großen
Staatsmänner, sondern auch alle sonstigen großen
Reformatoren.
Neben Friedrich dem Großen stehen hier Martin Luther sowie
Richard
Wagner" (HMK 232). Die Vorzeichen der Jüngsten Tages sind im Antichristen-Text
aufgezählt.
Das Meer-Zitat dürfte heutzutage wohl wenigstens als kleine
Sensation
beurteilt werden: Jahrzehnte nach dem Nazi-Regime schreibt ein
Holländer,
der als solcher nicht automatisch auch als deutschfreundlich gelten
muss,
über Israel und erwähnt NICHT den "Holocaust",
weder die damit heutzutage gemeinte Sache (i.e. Judenverfolgung), noch
überhaupt nur den Vorgang. Und das allerschlimmste: Er wagt es,
über
die Juden zu schreiben: "Immer vertrieben und nie in Ruhe gelassen, mit
einem Finger in allen Kirchenverfolgungen" - mit Blick auf die
Katholikenverfolgung
durch das Nazi-Regime könnte das fast so aufgefasst werden, als
würden
Juden nicht ganz unschuldig an den Verbrechen Hitlers gewesen sein, ein
Gedanke, der besonders von dem Juden J. G. Burg
verbreitet wurde ("1935 lief das erste, von Zion in Deutschland
erworbene
Schiff mit einer Hakenkreuzflagge auf dem Mast von Bremerhaven nach
Palästina
aus. Das Hakenkreuz war ja auch schon Synagogenschmuck bei den alten
Hebräern.
So eng war auch ihre Zusammenarbeit; Zionisten und Nazisten, daraus
wurde
später Nazizionisten und Zionnazis.", Maidanek in alle Ewigkeit?,
1979, S. 18). Selbst in der fünften Auflage hat sich van den Meer
nicht "bekehrt"!
Zum Bierbaum-Lied: Das "Gotteslob", V2-Gesangbuch oder genauer
Gehirnwaschmaschine,
hat nach dem allgemeinen Teil bis einschließlich Nr. 791 in den
einzelnen
"Bistümern" unterschiedliche Anhänge ["Anhang für das
Bistum
X"], die mit der Nr. 801 beginnen und sich im Umfang z.T. erheblich
unterscheiden.
Wir hatten zwar in Erinnerung, während unserer Aachener Zeit
einmal
gesungen zu haben "O Seligkeit, getauft zu sein", aber heute liegt uns
nur noch das GL Essen vor, das ebenfalls nur eine Strophe (dieselbe)
enthält.
Wir erkundigten uns also bei kath.de , wie
die
weiteren Strophen im GL Aachen lauten (alles spielte sich gestern, am
17.06.2002,
ab):
"Das Lied 'Fest soll mein Taufbund immer stehn' hat in manchen
Gesangbüchern
nur eine Strophe (z.B. GL Essen). Wenn ich mich recht erinnere, stehen
im GL Aachen mehrere Strophen. Wenn jemand eine FsmTis-Strophe kennt,
die
anfängt mit 'O Seligkeit, getauft zu sein' (oder wenigstens
sinngemäß
diesen Text enthält), möge er diese mir bitte mailen. Ggf.
genügt
auch der Hinweis auf eine entsprechende Webseite, aber leider konnte
ich
diese Strophe mit google nicht finden. Besten Dank im voraus."
Bereits nach einer Stunde hatte Lichtlein alle gewünschten
Informationen
geliefert. Daraufhin trugen wir ein:
"An Lichtlein: Vielen Dank für die schnelle Antwort; kam zwar
nicht per e-mail, aber ich hatte den Benachrichtigungsdienst aktiviert.
Prima Einsatz, Daumen hoch! An alle, die es interessiert: Ich schreibe
gerade einen langen Text fertig (Zitate zum Thema Holocaust / Mythus),
der seinerseits wiederum eine Auskopplung aus einem neuen
Revisionismustext
ist. Der Text liegt in den letzten Zügen (no pun intended),
deswegen
gab es heute diverse Abänderungen auf der Startseite. Mit etwas
Glück
wird holomyth.htm noch heute veröffentlicht. An mtoto: Die
V2-Sekte
antwortet nur äußerst selten auf meine Anfragen, und wenn,
dann
nur äußerst spät. Mein Eintrag diente tatsächlich
nur dem Zweck, möglichst schnell weitere FsmTis-Strophen zu
finden.
Das hat ja auch funktioniert. Ich schaue so gut wie nie ins
kath.de-Forum,
weil es ineffizient ist und mich jeder über meine e-mail-Adresse
erreichen
kann (bitte keine kath.de-mailbox - das würde ich vielleicht nie
erfahren!).
An die Moderatoren: Meine Frage ist nun vollständig beantwortet,
deswegen
könnte der Thread jetzt gelöscht werden."
Erwähnenswert ist auch ein Eintrag von MartinO:
"Die Bamberger Fassung lautet: Fest soll mein Taufbund immer stehn,
Ich will dem Herrn gehören. Er soll mich allzeit
gläubig
sehn gehorsam seinen Lehren! Dank sei dem Herrn, der mich aus
Gnad'
IN SEINE Kirch' berufen hat, Nie will ich von ihr weichen! Es geht also
nicht um die Lehren der Kirche (der V2-Sekte, wie 'Pater' L. nach wie
vor
behauptet) sondern die Lehren Gottes."
Dass die V2-Sekte mit "Hören auf die Kirche" nichts anfangen kann,
hatte sogar ihr Diener Georg May in einem
seiner
Texte einmal zugegeben, u.z. mit Verweis auf die Abänderung des
FsmTis-Textes
im "Gotteslob". Wenn wir uns recht erinnern, haben wir uns von diesem
May-Text
getrennt (war wohl eine Sonderausgabe der "Una
Voce
Korrespondenz"), aber dank MartinO haben wir jetzt nicht nur den
Text,
sondern eben auch die V2-typische Erklärung: Die Lehren der Kirche
sind von den Lehren Gottes verschieden, s. auch die V2-Propaganda,
Marke
Walter
Kasper: "Dogmen können durchaus einseitig, oberflächlich,
rechthaberisch, dumm und voreilig sein."
Den Thread haben wir nicht weiter verfolgt, nachdem wir den weiteren
Kurs festgestellt hatten: Von den unterschiedlichen Fassungen von
FsmTis
wechselte das Thema zu unterschiedlichen Fassungen von "Alle meine
Entchen".
mtoto steuerte die Version bei:
"Alle meine Entchen schwimmen im Klosett, schwimmen im Klosett.
Drückt
eins auf das Knöpfchen sind sie alle weg."
Also von gut katholischen Kirchenliedern landet man bei kath.de recht
schnell bei Klowitzen; s. auch Gotteslästerung
in Staat und V2-Sekte.
Das Bierbaum-Kirchenlied war übrigens gerade in der Nazizeit im
katholischen Widerstand sehr beliebt und quasi die Antwort auf die
Kirchenverfolugn
durch die Nazis. Im V2-Lager werden solche Lieder hingegen nur zu dem
Zweck
überhaupt noch mitgeschleppt, um sich umso dreister über
katholisches
Gedankengut lustig machen zu können. Als Beispiel diene hier die
Zeitschrift
"Imprimatur", die vorgibt, sich kritisch mit Rom (i.e. Wojtyla
und
Co.) auseinanderzusetzen, in Wahrheit aber einmütig mit Rom in
Reih
und Glied marschiert. So findet sich dort als "Erklärung" des
Dogmas
von der Gottheit Christi:
"Wenn es feststeht - und daran scheint kein Weg vorbeizuführen
-, daß Jesus selbst nur vom Gott Israels, den er Vater nannte,
und
nichts von seiner eigenen späteren "Vergottung" wußte, mit
welchem
Recht kann dann eine Trinitätslehre normativ sein? Muß man
sie
nicht vielmehr als einen Inkulturationsvorgang, der nur innerhalb der
damaligen
Kontexte unausweichlich und wohl auch legitim war - weil anders das
Christentum
nicht lebbar war -, verstehen, also als eine kontingente, kontextuelle
Komplizierung der jesuanischen Gottesvorstellung?" (Karl-Heinz Ohlig
["Professor"
für Religionswissenschaft und Geschichte des Christentums an der
Universität
des Saarlandes, Fakultät Geschichts- und Kulturwissenschaften,
Fachrichtung
"Katholische Theologie"], Einer oder drei? (Schluß). Vom "Vater
Jesu"
zur Trinität, Heft 5-6/98).
Also alles V2-konform, mit einem V2-"Professor" als Gewährsmann.
Im selben Imp-Heft gibt es "Die Glosse. Neues aus Rauschheim" von
Joseph
Bier:
"Hochwürdigster, eminenter Herr Kardinal Ratzinger, Chef von der
Glaubenskongregation unseres Hl. Vaters, lieber Bayer in Rom! ... Der
Protestant
meint wohl, der Papst hätt die Unfehlbarkeit nur, um sie wie einen
Nippes in die Vitrine zu stellen. Unser Papst, so habs ichs dem
Apotheker
gestochen, benutzt die Unfehlbarkeit, um ein starkes Kommando zu geben,
hier im Fall des Frauenpriestertums heißt das: 'Alles auf
Vordermann!'
und dann: 'Im Gleichschritt marsch!' Dabei -das schlag ich vor- sollts
losgehen mit dem starken Lied auf den Lippen: 'Fest soll mein Taufbund
immer stehn, ich will die Kirche hören. Sie soll mich allzeit
gläubig
sehn und folgsam ihren Lehren.' So ein Lied von Männern
geschmettert,
läßt die piepsigen Frauenstimmen völlig verschwinden
und
schüchtert die Weiber, wie sichs in der Kirche gehört, total
ein. Mit dem Schmettergesang bekommen die Weiber vorexerziert, was ihre
Stimme in der Kirche zählt, nämlich nichts!"
Spott gegen dieses schöne Kirchenlied gab es also nicht nur von
Seiten der Nazis.
"Hass ist unsere Religion"
Man darf seine Augen nicht vor der Tatsache versperren: Das Judentum
steht
tief, sehr tief in der Schuld der katholischen Kirche. Zum einen wegen
der überaus zahlreichen überaus großzügigen
Wohltaten,
die es von der Kirche empfangen hat, insbesondere den Schutz vor
ungerechten
Nachstellungen, sogar in der Nazizeit, d.h. der Zeit, die sich die
Kirchenvernichtung
auf die Fahnen geschrieben hatte. Dann aber auch wegen der vielen
Missetaten,
die Juden gegen die Kirche begangen haben, angefangen vom Gottesmord
und
den ersten Christenverfolgungen bis zu der heutigen Hetzpropaganda
gegen
die Kirche. Beispiele für diese Propaganda sind die - staatlich
unterstützten
- Aktionen à la Michel Friedmann, Paul
Spiegel und Margret Chatwin. Sehr
bedenklich:
Ausgerechnet die Nazis führten Parolen wie "Haß ist unser
Gebet"
im Munde (s. wiederum den Text über Die
Weiße
Rose)
Die Ereignisse, die uns nun über einen weiteren Revisionismus-Text
nachdenken ließen, kommentierten wir zwischenzeitlich sporadisch
auf der KzM-Startseite; hier die Einträge:
a) 30.05.2002
Heute startet in den Kinos der Film "Der Stellvertreter", basierend auf
dem gleichnamigen Märchenbuch von Rolf Hochhuth. Im Original und
in
anderen Ländern heißt der Film übrigens "Amen"; diesen
Titel (und das Filmplakat, bestehend aus einem SS-Offizier und einem
Priester
in einem Hakenkreuz) "begründete" der Regisseur Costa-Gavras mit
der
Lüge: "Als der Vatikan damals über die Konzentrationslager
informiert
wurde, sagte er doch auch nichts außer Amen."
Wer die KzM-Suchfunktion benutzt, wird
momentan
vier Texte finden, in denen das Wort "Hochhuth" vorkommt (v2_na.htm,
pius12.htm,
holocaus.htm,
judaism.htm).
Also Aufklärung ist bereits reichlichst geleistet, aber trotzdem
gibt
es noch hartnäckige Ignoranten, die in diesen Film rennen und
Lobeslieder
darüber verbreiten. Ein Beispiel: In der Kinozeitschrift Cinema,
Ausgabe
Juni 2002, gibt es eine dicke Empfehlung für den Film; in der
Begründung
heißt es u.a.:
"Ein kluges, undiplomatisches Stück Geschichtsschreibung fernab
plakativer Effekte, wohl aber offen parteilich. Ein Film, der unsagbar
zornig macht."
Die Wahrheit: "Der Stellvertreter" ist ein dummes, propagandistisches
Stück Märchenschreibung, einzig begründet aus
verlogenener
Effekthascherei, dabei ohne jeden Skrupel. Ein Film, der unsagbar
zornig
macht.
Wer "Der Stellvertreter" / "Amen" verteidigt und empfiehlt, der stimmt
damit ein in das Lied der SA: "Haut das
schwarze
Lumpenpack zu Brei!" Wir erinnern ausdrücklich an unsere
Erläuterungen
zum Begriff Übernazitum.
Konkret nun zu der Zeitschrift Cinema: Auf welchem moralischen Niveau
muss man sich befinden, dass man "Amen" als Meisterwerk anpreist? Die
Antwort
lässt sich nicht übersehen: Überall bei Cinema finden
sich
Querverweise zum Schmuddelblatt "Playboy", und "Erotik" (d.h.
Schmuddelkram)
ist eine breite Sparte im Angebot von Cinema; selbst die
abstoßendsten
Schmuddelfilme bekommen von von Cinema noch eine Empfehlung. Da braucht
die Empfehlung von "Amen" auch nicht mehr zu verwundern.
Schaut man dann ins Impressum, wird die Sache noch klarer: Cinema
gehört
zu "Tomorrow-Focus", genau wie u.a. das Schmuddelblatt Playboy. Na
großartig:
Das sind also die Erzieher der Republik, die Verfechter von Wahrheit
und
Moral! Und wer möchte, kann ja mal die KzM-Suchfunktion
mit dem Begriff "Focus" benutzen. Fakten, Fakten, Fakten...
b) 13.06.2002
Eintrag im Forum von heise, 13. Juni 2002 19:57 (zu der Meldung:
"Gericht
bestätigt Haftstrafe wegen rechtsextremer Foren-Beiträge",
13.06.2002
17:17)
JAW schrieb am 13. Juni 2002 18:31
> nicht falsch verstehn. ich will friedmann hier weder mit
> selbstmordattentaetern noch hitler vergleichen, ich haette auch
kohl
> oder dr. brinkmann schreiben koennen. es geht nicht darum obs
stimmt,
> sondern ob man es sagen darf, ob der rueckschluss einzelner
vertreter
> einer gruppe mit der gesamtgruppe gleich gruppenhass ist. ich
denke
> nicht. man schliesst ja auch von moellemann auf die fdp. und man
> (friedman=) schliesst regelmaessig von naziverbrechern auf das
> gesamte deutsche volk. (zitat friedman: "Versöhnung ist
ein absolut
> sinnloser
> Begriff. Den Erben des judenmordenden Staates kommt gar nicht
anderes
> zu, als die schwere historische Verantwortung auf sich zu nehmen,
> generationenlang, für immer.")
Wer an Friedmann Kritik (speziell an dieser Aussage,
geäußert
von Friedmann in einer Diskussionsveranstaltung der evangelischen
Akademie
Tutzing, nach Westfalenblatt vom 14. 11. 2000) übt, der darf sich
darauf gefasst machen, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Aus dem
Verfassungsschutzbericht
2001 des Bayerischen Staatsministerium des Inneren, S. 52:
***
Die DVU vermeidet offenen Antisemitismus, doch wird ihre antisemitische
Grundhaltung in ihrem publizistischen Sprachrohr deutlich, dessen
Berichterstattung
über Israel und die Juden vielfach negativ gefärbt ist:
"Mit einem Gehabe, als sei er der Größte, spielt sich Michel
Friedman, Stellvertretender Präsident des Zentralrats der Juden in
Deutschland ... , zum moralischen Richter über die Deutschen auf.
(...) ‚Versöhnung‘ ist nach seinen Worten ‚ein absolut sinnloser
Begriff‘,
da den Deutschen ,als Erben des judenmordenden Staates‘ gar nichts
anderes
zukomme, ‚als die historische Verantwortung auf sich zu nehmen,
generationenlang,
für immer‘." (NZ vom 7. September, Seiten 1 und 5)
***
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass von manchen Juden
antichristliche Propaganda betrieben wird, die ganz eindeutig den
Tatbestand
der Volksverhetzung erfüllt. Ich darf mich selbst zitieren (aus: idgr0003.htm):
***
Mit welch apodiktischer Selbstherrlichkeit MC [Margret Chatwin]
vorgeht,
zeigt sich eindrücklich auch an folgenden Parolen:
"Verschwörungsthesen
sind nicht nur ein Angriff auf alles rationale Denken, sie sind immer
auch
ein politisches Kampfmittel, dessen sich besonders Rechtsextreme gerne
bedienen und die ein höchst simples Schwarz-Weiß-Bild
zeichnen:
das Bild vom Gegensatz von Gut und Böse. Dieser Gegensätze
bediente
sich auch das Christentum in der Vergangenheit. Während in den
Anfangszeiten
des Christentums dahinter vor allem die Absicht stand, sich vom
Judentum
abzugrenzen, entwickelten die Vorwürfe gegen die Juden im Laufe
der
Jahrhunderte eine solch erstaunliche Eigendynamik, daß sich
daraus
die bekannten antisemitischen Stereotypen bilden konnten.
Beschränkte
sich der christliche Antijudaismus zunächst im wesentlichen auf
den
Vorwurf des Gottesmordes, so führten die behaupteten
Hostienschändungen
bis hin zu Ritualmorden im Mittelalter direkt zu Pogromen, der Vorwurf
der Brunnenvergiftung in die Vertreibungen auf dem europäischen
Kontinent."
***
Bislang sind leider meine sämtlichen Versuche, Juden für
ihre
volksverhetzenden Parolen zur Verantwortung zu ziehen, gescheitert. Als
katholischer Priester muss ich hilflos zusehen, wie Juden die
katholische
Kirche mit infamen Lügen durch den Schmutz ziehen.
Und wenn ich auf Schwachstellen z.B. im Propaganda-Material von
"Gesicht
zeigen" hinweise, kommt auch keine vernünftige Antwort. Noch ein
Zitat
von meiner Homepage (gesicht.htm):
***
Uwe-Karsten Heye ist, glaubt man einer aktuellen Umfrage, nur sieben
Prozent der Befragten überhaupt bekannt; er ist der Chef des
Presse-
und Informationsamtes der Bundesregierung. Deutlich bekannter
dürften
da schon die beiden jüdischen Volksverhetzer Paul Spiegel und
Michel
Friedman, die beide anlässlich der Wojtyla-"Vergebungsbitte" es
sich
nicht nehmen ließen, die katholische Kirche mit verleumderischen
Lügen durch den Schmutz zu ziehen.
[...]
Wir sagen Nein! zum Verein Gesicht zeigen!, und wir raten jedem
dringend,
sich uns anzuschließen!
***
Keine Sorge, das ist alles bewiesenermaßen vollkommen legal,
was
ich schreibe: Meine Seite ist bei den staatlichen Behörden bestens
bekannt, und für besonders "kontroverse" Texte kontaktiere ich
üblicherweise
auch die entsprechenden Stellen, wie z.B. bei "Gesicht zeigen" (Gz hat
leider nicht geantwortet, aber vom Verfassungsschutz und diversen
Ministerien
habe ich schon mehrere Zuschriften erhalten).
Eine Gefahr, vor der ich immer wieder warne:
Wer - zu Recht! - empört ist über gewisse
Äußerungen
von jüdischer Seite und über die Reaktionslosigkeit des
Staates,
wird den Neo-Nazis geradezu in die Arme getrieben. Nicht nur
Volksverhetzer
schüren den Hass - auch und vielleicht noch mehr die staatlichen
Stellen,
die dieser Volksverhetzung keinen Riegel vorschieben.
Das Friedmann-Zitat samt exzessiver Kritik an der staatlichen
Reaktionslosigkeit
findet man zuerst und v.a. auf eindeutig rechtsextremistischen Seiten.
Wozu soll man Neo-Nazis noch Munition liefern?
Man muss dem Hass einen Riegel vorschieben. Echter Friede kann nur
aus echter Gerechtigkeit erwachsen. Wird also eine bloß
positivistische
Pseudo-Gerechtigkeit durchgedrückt, staut sich der Hass nur immer
weiter auf, und es kommt irgendwann zu Hassausbrüchen.
Papst Pius XII. hat sein Pontifikat unter den Spruch gestellt: Opus
justitiae pax - Gerechtigkeit schafft Frieden.
c) 14.06.2002
Auf unseren Eintrag im Heise-Forum (s. 13.06.2002) gab es mehrere
"Antworten",
darunter:
´tschuldigung, aber das ist einfach Unfug.
Margret
Chatwin betreibt die wichtigste und vollständigste Webseite zur
Information
über tatsächlichen Antisemitismus und Neofaschismus in Dland
und wenn sie einen Artikel, der ihre Gruppierung betraf von der Seite
genommen
hat, dann wohl vor allem, weil sie gemerkt hat, daß Sie
tatsächlich
politisch völlig unbedarft und eher verwirrt sind, als daß
Sie
bewusst Unfug schreiben. Der Artikel, den Sie von M. Chatwin zitieren,
ist lediglich eine sachliche Ausarbeitung über die Ursprünge
des Antisemitismus im Mittelalter. Wenn Sie sich davon angegriffen
fühlen,
Ihr Problem, aber diese Dinge gelten als historisch sicher.
Ich habe jetzt einiges auf ihren Seiten gelesen und muß sagen:
Selten so eine krude Ansammlung von religiösem Wahn wie dort
gesehen...
Klaatu Atheist
(13. Juni 2002 20:44)
Nun hat die offensichtlich böswillige Volksverhetzerin MC endlich
einen imaginären Strohhalm gefunden, an den sie sich klammern
kann:
Er heißt "Klaatu Atheist", und er schreibt, unsere Kritik sei
"einfach
Unfug"; ein höheres Niveau erreichen diese Volksverhetzer bei
ihrer
"Argumentation" offensichtlich nicht. Wir verlangen von MC u.a. Beweise
für ihre Behauptungen:
a) der Autor von KzM ist mehrere Personen
b) der Autor von KzM ist mehrere Levebre-Anhänger.
Sollte MC die Richtigkeit dieser beiden Behauptungen nicht beweisen
und auch die sonstige Kritik an ihr nicht entkräften können,
sehen wir keine Veranlassung, uns von den Hass-Kanonaden des "Klaatu
Atheist"
beeindrucken zu lassen, und bleiben bei unserer Wertung, dass MC
offensichtlich
böswillig handelt, d.h. ganz bewusst ehrverletzende Lügen
verbreitet.
Diesen Volksverhetzern muss ein Riegel vorgeschoben werden! MC´s
"IDGR" ist eine furchtbare Hassseite, die gesperrt werden muss!
d) 17.06.2002
(Nicht so ganz) Neues von kath.de
Weil wir für einen aktuellen Text eine Information
benötigten,
haben wir uns heute nach langer Zeit mal wieder bei kath.de eingeloggt
und dabei eine Nachricht von "Der Bruder" erhalten (s. das Editorial
Nr. 14), u.z. am [richtig: vom] 01.02.2002! Daran zeigt sich u.a.
wieder
einmal, dass a) die kath.de-Truppe hinter unserem Rücken agitiert,
und b) dass man direkt an unsere e-mail-Adresse schreiben soll. Die
mail
von "Der Bruder" lautet:
Hallo Böffchen, nun mal langsam mit deinen
Haßtiraden.
Viel Haß - auf alle und alles.Haß. Haß. Haß.
Deine
frohe Botschaft ist Haß. Ziemlich platt. Ich wünsche nicht,
daß mein Name weiter von Dir besudelt wird, Du Irrer. Du bist es
doch der sich ungefragt ständig an andere Menschen wendet, um sie
nur zu beleidigen. Offenbar ist Dir jetzt dabei die Anonymität
flöten
gegangen. Soll ich mal die ganze Gemeinde zu Deiner Adresse nach
Dorsten
einladen - zum Kaffee? Und schick mir doch mal Deine
Einkommenssteuererklärung,
Du Schnorrer, bevor Du den Mund so voll nimmst, Du arbeitsunwilliger
Asozialer!!!
Ich kriege jetzt jede Menge Mails, ich soll Dich zu einer Therapie
schleppen.
Solltest Du in Erwägung ziehen, körperliche Gewalt gegen mich
anzuwenden (wie von Dir angedroht) wären wir sicher einen Schritt
weiter, Dich einer Zwangstherapie, respektive einer geschlossenen
Unterbringung
zuzuführen. Herzlichst Roland p.s. Antwort durch dich völlig
entbehrlich, geh lieber mal zum Psychiater.(Gelbe Seiten) Kann ja nicht
schaden. Oder bist Du mal wieder voll asozial nicht krankenversichert?
Tja dann...
Gut zu wissen, dass es in der V2-Sekte resp. bei "Der Bruder" keinen
Hass gibt. Dort regiert die großzügige Liebe, die alles
erträgt,
dort ist alles mit sachlichen, klar erläuterten Argumenten bestens
erklärt. Wie schön ist die V2-Sekte!
e) Anmerkungen
Dass im heise-Thread als einziger Fürsprecher Chatwins sich ein
bekennender
Atheist zu Wort meldet, dessen intellektuelle Leistung sich darin
erschöpft,
bekanntermaßen verlogene Hetzparolen nachzublöken und mit
massiven
Beleidigungen wild um sich zu schlagen, widerspricht nicht unbedingt
unseren
Erwartungen.
Der letzte, brandaktuelle Eintrag führt noch einmal die
Hass-Kultur,
die besonders in der V2-Sekte überkocht, vor Augen. Dass wir von
dieser
mail überhaupt erfahren haben, ist einer Kette von Zufällen
zu
verdanken (zunächst überhaupt unsere o.g. Anfrage im
kath.de-Forum
nach der FsmTis-Strophe; dabei funktionierte dann das Einloggen
zunächst
nicht, und so klickten wir, auf der Suche nach einer
Einlog-Möglichkeit,
auf das Feld der mailbox) und geschah lange, nachdem das Konzept
für
diesen Text bereits entworfen war. Dass sich diese Meldung unseres
Brüderchens
so nahtlos in unseren fast fertigen Text einfügte, kann aber
angesichts
des Themas, i.e. Hass gegen die Kirche, nicht überraschen. Ein
Schlägertyp
ist nur übrigens nur einer von diesen beiden Söhnen, was auch
hinsichtlich der Anekdote aus Editorial Nr. 14
zutrifft. Als unser Brüderchen ohne Erlaubnis in unser Zimmer
eingedrungen
war und ohne Erlaubnis unseren Computer eingeschaltet hatte, hatten wir
ihn unseres Zimmers verwiesen. Darauf SCHLUG ER UNS mit der Bemerkung:
"Willst du mit mir Streit anfangen, Kleiner" (wir sind ca. 8cm kleiner
und natürlich 5 Jahre jünger als er); WIR SCHLUGEN NICHT
ZURÜCK,
sondern stellten ihn vor die Alternative, entweder sofort unser Zimmer
zu verlassen oder aber von uns verprügelt zu werden. Aber unser
Brüderchen
nimmt es mit der Wahrheit nun einmal nicht sonderlich genau. Ferner zur
Erinnerung: Das Recht auf Verteidigung seines rechtmäßigen
Besitzes
und Eigentums, auch, wenn sich keine andere Möglichkeit bietet,
unter
Androhung und sogar Einsatz von Gewalt, ist von der Kirche niemals
kategorisch
bestritten worden.
Wir bleiben dabei, dass wir über unser Brüderchen Material
zusammentragen könnten, das wenig schmeichelhaft für ihn ist.
Wenn "Orpheus aus der Unterwelt", "Mäpstin Ute mit drei Buchstaben
I." und derlei kath.de-Aktivisten uns zur Psychotherapie schleppen
lassen
wollen, muss das nicht unbedingt als Beweis für eine echte
Therapiebedürftigkeit
bei uns aufgefasst werden, ebensowenig der zugrundeliegende Wahn der
kath.de-Aktivisten,
unser Brüderchen wäre überhaupt in der Situation, uns
zur
Therapie schleppen zu können.
Die Reaktion auf die mail des Brüderchens seitens derer, die das
Brüderchen kennen, war für das Brüderchen nicht
sonderlich
vorteilhaft. Brüderchen, bekehre Dich! Unser Kommentar auf der
KzM-Startseite
zur Brüderchen-mail war ironisch gemeint.
Traumfabrik Kinowelt
Ob wir Hochhuths "Stellvertreter" noch ausführlicher würdigen
werden, wird noch geprüft. Immerhin erwähnenswert bzgl. des
Films
"Amen" ist noch, dass einer der Akteure, der bekannte deutsche
Schauspieler
Ulrich Tukur (geb. 1957), 1982 in dem deutschen Film "Die Weiße
Rose"
über die Widerstandsgruppe der Geschwister
Scholl mitgespielt hatte. So ganz unwissend konnte Tukur also nicht
sein, als er in der Hochhuth-Verfilmung mitwirkte.
Außerdem: Costa-Gravas und Hochhuth äußerten sich
in auf einer Pressekonferenz im Februar 2002 zu der Frage: "Was sagen
sie
zu dem Vorwurf von Teilen der Kiche, dass sie alte Geschichten
aufwärmen?":
(Costa-Gavras:) Diese Periode gehört zu den
dunkelsten
Kapiteln der Menschheit. Es ist das einzige Mal in der
Menschheitsgeschichte,
dass die Vernichtung von Menschen industriell organisiert wurde. Es
gibt
zwar seit es die Erde gibt Massaker, aber niemals in diesem
Ausmaß.
Deshalb versucht man zu verstehen warum und wie das passieren konnte.
In
dem Film gibt es zwei Personen, die ihr Leben riskieren, damit man
über
das Grauen spricht. Ich glaube auch, dass man die Stimme erheben
musste.
Damals waren die beiden großen Kirchen die einzigen Institutionen
in Deutschland, die Kontakt zum ganzen Volk hatten. Als der Aufruf zum
Boykott jüdischer Geschäfte kam, als die Rassengesetze
erlassen
wurden, als die Konzentrationslager gebaut wurden, hat sich keiner
gerührt.
Es gab natürlich Proteste von einzelnen Priestern, die mit ihrem
Leben
bezahlt haben. Die Kirche hätte sich 1933 oder sogar in den 20er
Jahren
erheben müssen. In den kirchlichen Sonntagszeitungen gab es
schreckliche
antisemitische Artikel. Das Volk war also bereits vorbereitet auf das
was
folgte.
(Hochhuth:) Sie dürfen nicht vergessen, dass Eugenio Pacelli (der
spätere Papst Pius XII) als päpstlicher Nuntius in Berlin
1934
der erste Diplomat der Welt war, der Hitler salonfähig gemacht
hat,
indem er das Konkordat mit dem Deutschen Reich abschloss. Er hat damit
die Nazis international ungeheuer aufgewertet. Er war dank der
polnischen
Priesterschaft am frühesten über die Mordlager informiert.
Papst
Pius XII hat auch keinen Finger gerührt für die 3.000
katholischen
Priester, die Hitler umgebracht hat und für einen von ihnen steht
Ricardo (Anm. d. Red.: wird von Mathieu Kassovitz gespielt). Es gab in
Münster einen Bischof, der 1941 öffentlich in der Kirche
gegen
die Ermordung der "Geisteskranken" protestierte. Er hatte keinerlei
Rückhalt
in Rom, trotzdem wurde er von Hitler nicht angetastet. Im Gegenteil,
Hitler
hat sogar die Ermordung eingestellt und gesagt, "das machen wir nach
dem
Endsieg". Er hat den Vatikan als einzige neutrale Instanz dieser Welt
respektiert
und gefürchtet. 45 Prozent seiner Soldaten waren Katholiken. Es
wäre
für die Nazis vollkommen unmöglich gewesen, den Holocaust
fortzusetzen,
wenn Papst Pius sich öffentlich geäußert hätte. Es
gibt nicht eine Zeile von ihm, die das Wort Jude auch nur enthält.
Er wurde zweimal im Jahr durch den Sonderbotschafter Franklin Roosevelt
dringend gebeten, zu protestieren - er hat es nicht getan. Sein
Schweigen
zum Holocaust war ein ungeheuerliches Verbrechen in der Weltgeschichte.
Hochhuth ist also ganz offenkundig ein Rufmörder und
Volksverhetzer.
Mit seinen bewussten Lügen zieht er genüsslich die Kirche
durch
den Schmutz, und böse Menschen klatschen ihm dafür Beifall.
Wir
Katholiken müssen diese unfassbare Verunglimpfung des bislang
letzten
Papstes brav schweigend hinnehmen, wenn nicht gar befürworten,
wollen
wir der Verfolgung durch die Terrorrepublik Deutschland entgehen. Und
da
Deutschland mit seinem Völkermord an der katholischen Kirche so
gut
wie am Ziel ist, wird sich bald niemand mehr gegen die Lügen
dieses
Agitatoren-Pärchen Costa-Gavras und Hochhuth aussprechen
können.
Und "Amen" ist nun wahrlich nicht das einzige Beispiel, dass die
katholische
Kirche durch den Schmutz gezogen wird, wobei allerdings die neueren
Filme
sich ja alle auf die V2-Sekte beziehen. Zu den bekannteren Produkten
dieser
Art gehört sicherlich "Der Name der Rose" (1986), eine Verfilmung
des gleichnamigen Bestsellers von Umberto Eco, angesiedelt im 14. Jhd.:
Die Kirche wird als Lotterhaufen und die Inquisition als Bedrohung von
Freiheit und Gerechtigkeit hingestellt.
Relativ bekannt ist auch der Film "Priest" (1994), dessen Hauptfigur
ein "homosexueller" Priester ist, der in der Beichte mit einem Fall von
Inzest (Tochter wird vom Vater missbraucht) konfrontiert wird. Das sind
doch wahrlich herzerfrischende, geisterhebende Filme!
Man denke auch an "Die heilige Hure" (erwähnt in den Nachrichten
v. 14.03.1998), der anfangs für einen kleinen imaginären
Luftzug im Schnapsgläschen gesorgt hat, nun aber zum ganz normalen
Fernsehangebot gehört, an dem niemand mehr Anstoß nimmt.
Etwas älter ist der amerikanische Spielfilm "Die
Himmelsstürmer"
(Originaltitel: "Heaven Help Us"; auch: "Catholic Boys"), der,
wenngleich
1985 gedreht, z.Zt. des ersten Scheinpapstes des 20. Jhd., i.e. Johannes
XXIII., spielt (der Film ist als Rückblick konzipiert; man
erfährt,
was aus den Schülern später geworden ist, z.B. ist einer
Filmvorführer
in einem Pornokino geworden). Die "Helden" des Films sind einige
Schüler,
die in einer katholischen Schule gegen die christlichen Gebote generell
(nicht zuletzt gegen die Keuschheit) und gegen die aus Patres
bestehende
Schulleitung konkret rebellieren. Während diese triebbeherrschten,
asozialen und verlotterten Jugendlichen als liebenswerte Vorbilder
gezeichnet
werden, werden die Patres als verklemmte, z.T. regelrecht sadistische
Hinterwäldler
gezeichnet.
Wenn Priester in Filmen vorkommen, dann meist nur noch, um das
Zölibat
zu brechen, mit wem oder was auch immer. Wenngleich diese ekelerregende
Propaganda eben historisch bedingt faktisch gegen die V2-Sekte zielt,
so
leidet dennoch auch das Ansehen der katholischen Priester darunter, und
das Zölibat bzw. überhaupt
Keuschheut
und Treue werden kaum noch verstanden, geschweige denn
befürwortet.
Außer diesen propagandistischen Machwerken gegen das
Priestertum,
insbesondere hinsichtlich Zölibat, gibt es auch Generalangriffe
gegen
das gesamte Christentum, und das geschieht insbesondere a) durch die
massive
Verhöhnung der Person Christi und b) durch Leugnung historischer
Fakten.
Zu a) "The Last Temptation of Christ" (1988; deutscher Titel: Die
letzte
Versuchung Jesu) ist die Verfilmung eines Romans des exkommuniziert
verstorbenen
Nikos Kazantzakis (1883 - 1957). Jesus ist demnach nicht Gottes Sohn,
also
auch nicht der Erlöser, sondern nur ein einfacher Mensch, ein
Sünder,
der von Schuldgefühlen geplagt wird, weil er als Zimmermann Kreuze
für die Römer hergestellt und damit an den Kreuzigungen, der
schändlichsten und grausamsten Art der Hinrichtung, mitgewirkt
hat.
Dann "beruft" ihn Gott zu einem Leben, das selbst zu einer Kreuzigung
führt,
und Jesus steht vor seiner letzten Versuchung: statt am Kreuz zu
sterben,
ein Familienleben mit Maria Magdalena zu führen. Es wird - als
unter
dämonischer Einflüsterung entstandenes Traumbild Jesu - eine
alternative Geschichte erzählt, in der Jesus zwei Kinder mit Maria
Magdalena hat und u.a. auf Paulus trifft, der Christus als den
Gekreuzigten
und Auferstandenen verkündet. Dabei erklärt Paulus dem
Familienvater
Jesus, dass das Evangelium gar nichts mit dem historischen Jesus zu tun
habe. Auch wenn Jesus nach diesem Traumbild, nachdem er es als
Teufelswerk
erkannt hat, sich kreuzigen lässt, so ist klar, dass hier Christus
nur noch als sündiger Mensch gilt. Das gesamte Christentum ist in
seiner Wurzel auf das schändlichste verspottet.
Gegen diesen Film gab es bei seinem Erscheinen in Deutschland
vereinzelte
Proteste, wobei wir aber von keinem einzigen Fall wissen, dass die
Gefühle
der Christen geschützt worden wären. Wenn auf Christen
herumgehackt
wird, dann liefert der Staat dabei die größte
Unterstützung.
Allerdings haben wir 1992 in der "Dominikaner"-Kirche in Köln
(Nähe Hauptbahnhof) gehört, wie ein V2-Neu-"Priester" in
seiner
Predigt diesen Film erwähnt hat. Er sagte: "Gott sei Dank", dass
solche
Filme "wegen angeblicher Gotteslästerung" nicht mehr zensiert
werden.
Als wir das damals hörten, waren wir zugegebenermaßen
schockiert.
Da die Leugnung der Gottheit Christi aber zu den wichtigsten Aussagen
der
V2-Sekte gehört, kann eine solche Predigt nicht überraschen.
Der Regisseur, Martin Scorsese, auch bekannt durch viele, oft im
Mafia-Milieu
angesiedelte Filme mit exzessiven Gewaltdarstellungen, bezeichnet sich
als Katholiken. In der Tat ist das Christusbild, das er zeichnet, das
Christusbild
der V2-Sekte.
Zu b) "The Body" (2000) handelt von einem besonderen Ausgrabungsfund:
der Leichnam eines Gekreuzigten des 1. Jhd.; ein Priester,
neutestamentlicher
Wissenschaftler, untersucht den Fund, ob es sich dabei um Jesus handeln
könnte, und sieht sich nun den Nachstellungen derer ausgesetzt,
die
diesen Fund vertuschen wollen. Ob Jesus auferstanden ist oder nicht,
will
niemand wissen, die Kirche will nur, dass die Leute das Märchen
von
der Auferstehung Jesu glauben.
Derlei Filme sind Beispiele für die absolute Verwüstung,
in der die Welt selbstzufrieden lebt. Wir Christen müssen es uns
gefallen
lassen, dass absolut alles, was wirklich von Wert ist, restlos durch
den
Schmutz gezogen wird. Wer nicht in den Chor der Gotteslästerer
einstimmt,
stört den öffentlichen Frieden und hat Verfolgungen
furchtbarster
Art zu erleiden.
Wir erinnern hier an die katholische Lehre von
der Auferstehung: Die Auferstehung ist ein historisches Ereignis,
und
man kann ihr keinen geringeren Stellenwert geben als den, den Paulus so
formuliert hat: "Wenn aber gepredigt wird, daß Christus von den
Toten
auferstanden ist, wie können dann einige von euch behaupten, es
gebe
keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so
ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht
auferstanden,
dann ist unsere Predigt hinfällig und hinfällig auch euer
Glaube.
Dann stehen wir als falsche Zeugen Gottes da: Wir haben gegen Gott
bezeugt,
er habe Christus auferweckt, den er doch nicht auferweckt hat, wenn die
Toten überhaupt nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht
auferstehen,
so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht
auferstanden,
so ist euer Glaube nichtig; dann seid ihr noch in euren Sünden,
und
auch die in Christus Entschlafenen sind verloren. Wenn wir nur in
diesem
Leben unsere Hoffnung auf Christus setzen, dann sind wir die
beklagenswertesten
unter allen Menschen" (1 Kor 15, 12-20).
Die V2-Sekte (s. Hansjürgen Verweyen)
lehrt dementsprechend: "Die nicht enden wollende Diskussion um die
Historizität
des "leeren Grabes" wäre m.E. nur dann fundamentaltheologisch von
Belang, wenn der Leichnam Jesu nicht nur tatsächlich unverwest
geblieben
wäre (oder nicht), sondern auch nicht hätte verwesen
dürfen.
Diese (historisch nicht entscheidbare) Voraussetzung ergibt sich nur im
Horizont einer streng apokalyptischen Vorstellung und Gleichsetzung der
Metapher "Auferstehung" mit der dadurch zum Ausdruck gebrachten Sache"
(Osterglaube ohne Auferstehung?, Freiburg 1995, 128).
Staatliche Intervention
Der Staat kann geltend machen, dass solche hemmungslosen Angriffe gegen
die historische Wahrheit deshalb nicht so schlimm seien, weil diese ja
von der V2-Sekte ausgeführt oder wenigstens unterstützt
würden.
Nur eben müsste der Staat dann auch beweisen, dass die V2-Sekte
die
katholische Kirche ist, andernfalls kann er nicht von der Schuld des
sadistischen
Völkermordes
freigesprochen werden.
Außerdem ist zu beklagen, dass der Staat selbst mit
(historischen)
Fakten ganz nach Lust und Laune umspringt und seine Lügen gezielt
gegen die katholische Kirche einsetzt. Er möchte endgültig
das
Ziel erreichen, das Adolf Hitler so
formuliert
hat: "den Priester als politischen Feind des Deutschen Reiches werden
wir
vernichten." Außer der aufgezwungenen Gleichsetzung von V2-Sekte
und katholischer Kirche (z.B. Herz-Jesu-Urteil)
hat sich der deutsche Staat noch einer ganzen Reihe anderer
furchtbarster
Verbrechen schuldig gemacht; einige Beispiele:
Gerichtliche Anordnung: "Embryonen sind keine
Menschen!".
Anordnung des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend: "Die Sünde der Männder von
Sodom war nicht die Sodomie!" (anders ausgedrückt: die Bibel
besitzt
nur göttliche Autorität, aber der Duden staatliche
Autorität,
ergo gilt ausschließlich, was im Duden steht).
Mehrheitsentscheidung des Bundestages: "Allah
ist Gott!".
Das sind nur einige wenige Kostproben der staatlichen Oberhoheit
über
die Wahrheit. All das geschieht "im Namen des Volkes", ergo ist ein
Widerspruch
nur dann möglich, wenn man die Existenz des Naturrechts
anerkennt. Dies ist aber aufgrund staatlicher Anordnung verboten: Der
Staat
duldet ganz ausdrücklich keine andere Autorität als sich
selbst,
all das geschieht ausschließlich "im Namen des Volkes"
und
unter bewusster Missachtung des Naturrechts. Wahrheit ist restlos
entwertet
zu dem, was die stärkste Fraktion diktiert. Durch seine permanente
eklatante Rebellion gegen die Wahrheit macht sich der Staat
unglaubwürdig.
Diese traurige Tatsache wird natürlich genüsslich von den
"Revisionisten",
den "Holocaust-Leugnern" ausgenutzt. Wir fragen noch einmal: Wozu soll
man Neo-Nazis noch Munition liefern? Wozu die Gewalt immer weiter
schüren,
wenn doch die Gefahr von Hassausbrüchen immer wieder Wirklichkeit
wird?
Die von uns empfohlene Alternative: sich an die Wahrheit halten und
so in Liebe in jeder Hinsicht hineinwachsen in ihn, der das Haupt ist:
Christus (cf. Eph 4,15).
Die Wende zur Geschichtsfälschung
Trotz der so klaren, wahrheitsgemäßen und ausführlichen
Geschichtsschreibung ist es also heutzutage Mode geworden, die Kirche
hemmungslos
mit Schmutz zu besudeln, und die Frage kommt auf: Wie konnte es zu
diesem
Bruch kommen, wieso setzte die Wende von Geschichtsschreibung zur
Geschichtsfälschung
ein. Eine Antwortmöglichkeit ergibt sich, wenn man herausfindet,
ab
wann die wahrheitsgemäße Berichterstattung über den
katholischen
Widerstand zu einer verlogenen Hasspropaganda mit einem "Versagen der
Kirche
in der Nazizeit" als Aufhänger umgemodelt wurde. Hier ein
Ausschnitt
aus Hans Müller, Katholische Kirche und Nationalsozialismus,
München
1963; Kurt Sontheim schreibt dazu in der Einleitung (VII-IX):
Im Februarheft des Jahres 1961 veröffentlichte
die
katholische Zeitschrift »Hochland« einen Artikel von
Ernst-Wolfgang
Böckenförde über die Haltung des deutschen Katholizismus
im Jahre der nationalsozialistischen Machergreifung. Der
Münsteraner
Assistent für öffentliches Recht hatte seine Darstellung im
Untertitel
als eine »kritische Betrachtung« bezeichnet. Sie wurde in
der
katholischen Öffentlichkeit als derart kritisch bzw.
»unkritisch«
empfunden, daß sie in großen Teilen der katholischen
Öffentlichkeit
und ihren Organen einen Proteststurm auslöste. Nun sind die
deutschen
Katholiken nicht erst im Jahre 1961 der These begegnet, ihre
geistlichen
Führer hätten sie im Prozeß der totalen Machtergreifung
Hitlers zur »Bejahung und Unterstützung des
NS-Staa-tes«
aufgefordert, noch konnte den zeitgeschichtlich Interessierten unter
ihnen
die Behauptung ganz neu gewesen sein, die geistlichen Führer der
deutschen
Katholiken hätten, nicht zuletzt durch ihre Haltung im
Zusammenhang
mit dem Abschluß des Reichskonkordates, gewollt oder ungewollt
daran
mitgewirkt, die nationalsozialistische Herrschaft über Deutschland
zu stabilisieren. Doch sie lasen es, wenn wir von einer
einschlägigen
Veröffentlichung des Jahres 1958 in den linkskatholischen
»Werkheften«
absehen, erstmals in einer angesehenen katholischen Kulturzeitschrift
eines
ebenso angesehenen katholischen Verlages. [...]
[Böckenförde musste] sich von einigen seiner Kritiker
bescheinigen
lassen, daß sein Beitrag »schlechthin unseriös«
sei, daß seine Ergebnisse auf einer »außerordentlich
primitiven Methode« der Sammlung und Auswahl von Zitaten
beruhten,
daß er seine Darlegungen in ein »scheinwissenschaftliches
Mäntelchen«
gehüllt und als vermeintlicher Historiker jedes
Einfühlungsvermögen
in die besondere Situation des deutschen Katholizismus im Jahre 1933
habe
vermissen lassen.
Besondere Beachtung verdienen die Punkte:
1. Der Bruch setzt - o Wunder! - fast zeitgleich mit Beginn der
großen
Sedisvakanz des Heiligen Stuhles an. Der oberste Diener der Diener
Satans,
Johannes
XXIII., schafft professionell den Schutz vor den Wölfen im
Schafspelz
ab (s. Faustrecht). Die Kirchenfeinde
kriechen
aus ihren Löchern und verschaffen sich immer schneller und immer
lauter
Gehör für ihre verlogene Hasspropaganda. Bald nach Eintritt
der
Sedisvakanz weist die neue Ordnung ab Johannes XXIII. den Weg der
Lüge.
2. Einer dieser Satansdiener, die ungeniert ihre Lügenpropaganda
in die Welt schreien, ist Ernst-Wolfgang Böckenförde, und
dieser
Name ist KzM-Lesern nicht unbekannt: Böckenförde versteigt
sich
in seinem Größenwahn dazu, dem menschlichen Recht eine
höhere
Autorität als dem Naturrecht anzudichten (s. Bundesverfassungsgericht
auf dem Prüfstand). Da überrascht es nicht, wenn er der
Lüge
eine höhere Autorität als der Wahrheit andichtet.
Während
die Katholiken Böckenförde zurechtweisen, schwärmt die
V2-Sekte
(z.B. Heinrich Mussinghoff) ganz begeistert
für
ihn. Man mag darüber spekulieren, ob es zu den unerlässlichen
Voraussetzungen für die Erlangung eines hohen staatlichen Postens
in der BRD notwendig ist, vom Hass gegen Wahrheit und Gerechtigkeit
zerfressen
zu sein und diese bis zum totalen Sieg zu bekämpfen.
3. Der Bruch von 1958 muss doch recht viele recht schnell in seinen
Bann gezogen haben. Jedenfalls ist nicht nur der Widerstand gegen
Böckenfördes
Volksverhetzung eher schwach gewesen, vielmehr fand ja diese "neue
Ordnung"
der Geschichte schnell Unterstützung und Gesinnungsgenossen und
trat
ihren Siegeszug an.
Die Besinnung auf die Wahrheit
Es besteht aufgrund der jahrzehntelangen Gehirnwäsche durch
staatliche,
jüdische und V2-Kreise ein Aufklärungsbedarf, wie die Kirche
sich nun wirklich gegenüber dem Nazi-Regime verhalten hat; zu
konstatieren
ist jedenfalls, dass die kurzen Zitate aus dem Buch von Stephan
Berghoff
über die Päpste der Nazizeit
nicht
die gewünschte Rückkehr zu Wahrheit gebracht haben. Deshalb
bringen
wir nun ein längeres Zitat aus der Kirchengeschichte, Bonn
(2)1956,
von Konrad Algermissen (s. auch "Kirche und
Gegenwart"),
u.z. fast vollständig die abschließenden Kapitel (484-500).
Die erste Auflage der KG war bereits nach einem halben Jahr vergriffen,
und vermutlich wegen des großen Bedarfs blieb die zweite Auflage
aus Zeitgründen gegenüber der ersten unverändert.
Allerdings
hat Algermissen im Vorwort zur zweiten Auflage auf verschiedene
außerordentlich
gute Rezensionen seines Werkes hingewiesen, z.B. vom Vatikansender und
vom Borromäus-Verein. Wenn das Buch damals bewertet wurde als ein
"Buch, das jeder religiös Interessierte in seiner Bibliothek haben
müßte", das "neben der Heiligen Schrift ... zum gern
gelesenen
und fruchtbar ausgewerteten Hausbuch in jeder katholischen Familie"
werden
soll, sollte es zu denken geben, dass man dieses Buch, wenn
überhaupt,
dann nur noch antiquarisch erwerben kann.
Auffällig: Anscheinend wusste Algermissen damals noch nicht,
welche
Entwicklung die Welt nur wenige Jahre später nehmen würde,
u.a.
dass 1958 wieder einmal ein Scheinpapst den Stuhl Petri okkupieren und
damit die bislang längste Sedisvakanz der Kirchengeschichte
einleiten
würde, dass in Deutschland eine irrsinnige, großangelegte
und
brutal durchgeführte Christenverfolgung beginnen würde etc.
Liest
man das Kapitel über Deutschland (Frage 493), so ist darin auch
noch
nicht der Konkordatsbruch von 1957
angedeutet,
mit dem Deutschland den Bruch mit der katholischen Kirche
öffentlich
vollzogen und seine Vernichtungspolitik gegen die katholische Kirche
besiegelt
hat. Die spätere restlose Leugnung und Bekämpfung des damals
noch festgeschriebenen Sittengesetz (s. auch den lustigerweise noch
immer
unveränderten Artikel 2 des Grundgesetz: "Jeder hat das Recht auf
die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die
Rechte
anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige
Ordnung
oder das Sittengesetz verstößt."), die
Völkermord-Aktivitäten
des deutschen Staates, davon ist in der KG noch nicht die Rede. Manche
Passagen in der KG zeugen sogar von einem gewissen verhaltenen
Optimismus.
Einige Vorbemerkungen zum Text: Algermissen erwähnt u.a. die
bei
KzM im Volltext zitierten Enzykliken "Mit
brennender
Sorge" (Nationalsozialismus), "Divini
redemptoris"
(Kommunismus) und Mystici Corporis (Kirche).
Seine Angaben über die Weltbevölkerung ("Mitte des Jahres
1955 ist die Zahl der Erdbevölkerung auf 2,5 Milliarden zu
schätzen",
S. 532) scheinen ganz so falsch nicht zu sein; neuere Statistiken geben
an, dass sich die Weltbevölkerung in den Jahren von 1955 bis 1995
etwa verdoppelt hat auf ca. 5,85 Milliarden.
Was nun den so gen. "Holocaust" betrifft: Wir erinnern noch einmal
daran, dass es in keiner Weise verboten ist, die Zahl von sechs
Millionen
jüdischen Opfern ("Holocaust") als viel zu hoch abzulehnen;
deswegen
läuft z.Zt. auch ein Verfahren gegen den ermittelnden Staatsanwalt
im Fall Latussek, und es ist nur recht und
billig,
gegen jeden mit allen gebotenen Mitteln vorzugehen, der ein Bekenntnis
einer Sechs-Millionen-Juden-Zahl einfordert.
Auffällig ist, dass Algermissen (genauso wie sonstige uns bekannte
kirchliche Quellen) überhaupt nicht von einem "Holocaust" spricht
- die Vokabel fehlt vollständig. Wir bekennen nun, dass wir uns
außerstande
sehen, ein Bekenntnis zur Sechs-Millionen-Juden-Zahl abzulegen. Der
entsprechende
Passus bei Algermissen lautet:
Die Naziregierung wollte von Anfang an den
totalitären
Krieg. Deshalb schritt sie bedenkenlos über alle Forderungen des
Naturrechts
und des Völkerrechts hinweg, ließ die neutralen Länder
überfallen, machte die zivile Bevölkerung in den
überfallenen
Ländern schutzlos und rechtlos, deportierte sie in Massen zur
Zwangsarbeit
nach Deutschland, mordete Polen, Russen, Juden und andere gewissenlos
in
Massen hin, oft in grausamster Weise, und suchte im Grauen der
Konzentrationslager
jeden Widerstand zu brechen. Rund sechs Millionen unschuldiger Menschen
sind auf diese Weise dem Terror des Naziregimes zum Opfer gefallen.
Das bedeutet: Die Zahl der jüdischen Opfer umfasst nur einen
Bruchteil
von sechs Millionen, und zudem werden die Juden von Algermissen erst an
dritter Stelle nach den Polen und Russen genannt. Die Zahl der
christlichen
Opfer dürfte also bei weitem über der der jüdischen
Opfer
liegen. Auch mit Blick auf die Berichte Algermissens über das
unsägliche
Leid, dass die Feinde Christi über die Kirche gebracht haben, vor,
während und nach dem Weltkrieg, unterschreiben wir nicht die - mit
welcher Intentin auch immer gemachten - Aussage des uns ohnehin
suspekten
Adolf Eichmann, die Judenverfolgung sei das "größte
Verbrechen
aller Zeiten" gewesen. Blickt man auf die heldenhafte Treue der Kirche
zu Wahrheit, fällt es leichter, den heutigen Widersachern Christi
die Stirn zu bieten.
Nochmals: Durch seine notorischen Fehlurteile, die sich ganz bewusst
gegen die für jeden offenkundige Wahrheit richten, hat der Staat
sich
grundsätzlich unglaubwürdig gemacht. Bevor wir dem Staat
etwas
glauben, muss er erst einmal ordentliche Beweise vorlegen, solange
orientieren
wir uns lieber an zuverlässigen Quellen. Und weil Chatwin eine
skrupellose
Lügnerin ist, kann auch sie kein blindes Vertrauen von unserer
Seite
erwarten.
Algermissen erwähnt auch den "Mythus des 20. Jahrhunderts"; dazu
eine kurze Erklärung:
Der Mythus des 20. Jahrhunderts
Dabei handelt es sich um ein Buch von Alfred Rosenberg: Der Mythus des
20. Jahrhunderts. Eine Wertung der seelisc-geistigen
Gestaltenkämpfe
unserer Zeit, München (33-34)1934. Mit einer Erstauflage im Jahr
1930
darf Rosenbergs "Mythus" sicherlich zu den bedeutendsten Werken
nationalsozialistischer
Propaganda gezählt werden.
[Aus dem Vorwort zur dritten Auflage (5f. 13f):]
Das Erscheinen vorliegender Schrift hatte sofort einen Meinungskampf
heftigster Form hervorgerufen. Geistige Auseinandersetzungen waren zwar
dank der klar gestellten Fragen und bewußt zugespitzten
Prägungen
zu erwarten, aber offen gestanden, jener konzentrierte Haß, der
mir
entgegenschlug und jene skrupellose Entstellungsarbeit angesichts der
von
mir gemachten Ausführungen wie sie auf Kommando einsetzten haben
mich
doch erschüttert aber auch - erfreut. Denn die wilde, hemmungslose
Polemik namentlich römischer Kreise hat mir gezeigt, wie tief
berechtigt
die dem römisch-syrischen Prinzip im vorliegenden Werke zuteil
gewordene
Beurteilung ist. Nach altbewähter Methode wurden aus der
umfangreichen
Schrift gewisse Schlußfolgerungen und Prägungen
zusammengestellt
und die "Gotteslästerlichkeit", der "Atheismus", das
"Antichristentum",
der "Wotanismus" des Verfassers vor dem gläubigen Leser in der
bloß
deutsch geschriebenen römischen Presse und in Pamphleten entrollt.
Die Verfälscher unterschlugen, daß ich sogar soweit gehe,
für
die gesamte germanische Kunst einen religiösen Ausgangspunkt
und Untergrund zu postulieren, daß ich mit Wagner
erkläre,
ein Kunstwerk sei die lebendig dargestellte Religion. Man unterschlug
die
große Verehrung, die im Werk dem Stifter des Christentums gezollt
wird; man unterschlug, daß die religiösen Ausführungen
den offenbaren Sinn haben, die große Persönlichkeit ohne
spätere
entstellende Beigaben verschiedener Kirchen zu erblicken. Man
unterschlug,
daß ich den Wotanismus als eine tote Religionsform hinstellte
[aber,
natürlich vor dem germanischem Charakter Ehrfurcht habe der Wotan
ebenso gebar wie den Faust], und dichtete verlogen und skrupellos mir
an,
ich wollte den "heidnischen Wotanskult" wieder einführen. Kurz, es
gab nichts, was nicht entstellt und verfälscht wurde; und was dem
Wortlaut nach richtig angeführt erschien, erhielt durch
Herausreißen
aus dem Zusammenhang eine ganz andere Schattierung. Durchgehend
unterschlug
die römische Presse alle geschichtlichen-weil unangreifbaren
---Feststellungen;
durchgehend wurden alle Gedankengänge die zu bestimmten
Anschauungen
führten, verzerrt und die Begründungen aufgestellter
Forderungen
verschwiegen.. Die Prälaten und Kardinäle mobilisierten die
"gläubigen
Massen", und Rom, welches mit dem atheistischen Marxismus, d. h. mit
machtpolitischer
Unterstützung des Untermenschentums einen Vernichtungskampf gegen
Deutschland, auch unter Opferung der deutschen katholischen Massen
selbst
führt, hatte die Stirn, plötzlich über "Kulturkampf" zu
zetern. [...]
Dieses junge Geschlecht will doch weiter’ nichts, als die große
Persönlichkeit des Stifters des Christentums in ihrer eigentlichen
Größe erschauen ohne jene verfälschende Zutaten, welche
jüdische Zeloten wie Matthäus, materialistische Rabbiner wie
Paulus, afrikanische Juristen wie Tertullian, oder haltlose
Zerkreuzungen
wie Augustinus sie uns als furchtbarsten geistigen Ballast beschert
haben.
Sie wollen Welt und Christentum aus ihrem Wesen begreifen, aus
germanischen
Werten heraus erfassen, ihr selbstverständliches Recht auf dieser
Welt, welches aber gerade heute wieder schwer erkämpft werden
muß.
Wenn die amtierende Orthodoxie dies alles nicht zu begreifen vermag, so
wird sie den Gang der Dinge doch nicht ändern, höchstens
etwas
verzögern können. Eine große Zeit hätte dann
wieder
einmal ein kleines Geschlecht angetroffen. Diese doch kommende Zeit
aber
bejaht sowohl das Straßburger Münster wie die
Wartburg,
verneint jedoch das anmaßende römische Zentrum ebenso wie
das
jerusalemistische Alte Testament. Es saugt sich aus den Wurzeln
germanischer
Dramatik, seiner Baukunst und Musik mehr Kraft als aus den trostlosen
Erzählungen
des jüdischen Winkelvolkes, es anerkennt manche tiefe
völkische
Symbolik innerhalb der katholischen Kirche und verknüpft jene mit
der Wahrhaftigkeit des echten Luthertums. Es einst mit einem
großem
Gewölbe der rassisch-seelichen Weltanschauung alles einzelne zum
blutvollen
Organismus einer deutschen Wesenheit Hier muß der evangelische
junge
Geistliche vorangehen, da auf ihm nicht jene seelenlähmende Zucht
liegt wie über den katholischen Priestern.
[625-627]
Das Heer römisch-kirchlicher Wissenschaftler verfolgt nur den
einen Zweck, die Naturwissenschaft, überhaupt alle Wissenschaft,
dem
alten Aberglauben dienstbar zu machen, der durch Kopernikus ein
für
allemal zertrümmert worden ist. So behauptete Hammerstein, S.J.,
die
Kirche habe durchaus aus ihrem Recht heraus gehandelt, wenn sie in der
Naturgeschichte nicht gestattete, das Menschengeschlecht von
verschiedenen
Stammeseltern abzuleiten, da hiermit die geoffenbarte Lehre von der
Erbsünde
fallen würde [FN: Kirche und Staat, S. 131]. Die alte
Erzählung
von Adam und Eva wird also ganz offen zum Maßstab für
Sämtliche
Forschungen erhoben! Und neuerdings bekräftigte Papst Pius XI. zu
Beginn des Jahres 1930 in einer Enzyklika ausdrücklich die
Bestimmung
des Vatikanischen Konzils, wonach die "gesunde Vernunft" nur dazu da
Sei,
die Wahrheit des für immer festgelegten "Glaubens" zu beweisen.
Die
Kirche ist also nur folgerichtig, wenn Sie gegen die Lehrfreiheit
auftritt
und nur eine Darstellung vom Weltgeschehen und Menschenwesen anerkennt,
nämlich die, die durch ihre Offenbarungslehre niedergelegt worden
ist.
Am klarsten tritt dies natürlich in einem Fach zutage, das am
allermeisten das Weltbild eines Menschen beeinflußt, im
Geschichtsunterricht.
Denn dieser ist mehr als alle anderen Wertung, nicht Aufreihung von
Tatsächlichkeiten.
Daß eine römische "Geschichte" alle ihre Fälschungen
ableugnet,
versteht sich von selbst; daß sie jeden echten Nationalismus
verdammt,
ist ebenfalls folgerichtig, Sie kann ihn höchstens ab und zu als
Mittel
zu gewissen Zwecken gebrauchen; daß Luther ein
niederträchtiger
Lump gewesen sei, gilt den römischen Lehrern in allen Staaten als
Selbstverständlich. Canisius weiß von der "abscheulichsten
Unzucht"
zu berichten, die Luther erlaubt habe, die Evangelischen Sind ihm
deshalb
"pestbehaftete Menschen". Das Jesuitenwerk Imago primi saeculi
erklärt
Luther als "Weltungeheuer und heillose Pest". Papst Urban VIII. nennt
ihn
ein "verabscheuenswertes Ungeheuer". So geht es weiter bis auf den
heutigen
Tag.
Es gehört wohl nicht übermäßig viel
Gehirnakrobatik
dazu, um zu erahnen, dass Rosenberg nicht unbedingt als Apologet der
katholischen
Kirche verstanden sein will. Rosenberg ergießt sich in seinem 700
Seiten starken Werk in solch deftigen Hasstiraden gegen die katholische
Kirche und schwärmt so verzückt von Luther und vom
heidnischen
Götzendienst, dass man meinen könnte, dies sei ein
Arbeitspapier
für einen "Katholikentag" der V2-Sekte.
Konrad Algermissen
Kirchengeschichte
Bonn (2)1956
484. Frage: Welche kirchlich wichtigen politischen Umwälzungen
rief der erste Weltkrieg hervor?
Der erste Weltkrieg offenbarte in seinem Ursprung, seiner grausamen
Führung und seinem verhängnisvollen Abschluß die
Einflußlosigkeit
der Kirche und des Christentums im modernen politischen Denken und
Handeln.
So hoch das caritative Wirken Benedikts XV. während der Kriegs-
und
Nachkriegsjahre zu werten ist, an der antikirchlichen Gesinnung und
Haltung
der führenden Staatsmänner änderte sich nichts. Diese
Gesinnung
trat nicht erst bei Ablehnung der päpstlichen
Friedensbemühungen
im Jahr 1917, sondern bereits am 26. April 1915 deutlich zutage, als
sich
Italien als Bedingung für seinen Beitritt zur Entente, d. h. als
Belohnung
für seinen Verrat an Deutschland und Österreich, in § 15
des Londoner Vertrages die Nichtzulassung des Papstes zu den
späteren
Friedensverhandlungen von Frankreich, England und Rußland
garantieren
ließ und ohne Schwierigkeiten garantiert bekam.
Da auch sonst das christliche Denken vom politischen Tun und Treiben
der führenden Staatsmänner ausgeschlossen blieb, endete der
erste
Weltkrieg mit dem von den Siegermächten den Besiegten auferlegten
Zwangsdiktat
von Versailles am 28. Juni 1919. Es war ausgerechnet der 5.
Jahrestag
der verbrecherischen Ermordung des österreichischen Erzherzogs
Franz
Ferdinand, wodurch seinerzeit der erste Weltkrieg entfacht war. Schon
diese
Tatsache kennzeichnet den Geist des sog. Versailler Friedens, als ob
Österreich
oder Deutschland die Schuld an der Ermordung des Thronfolgers getragen
hätte. Das brutale Diktat von Versailles war im wesentlichen das
folgenschwere
Geistesprodukt dreier Staatsmänner: des haßerfüllten,
religionslosen
Franzosen Georges Clemenceau († 1929), des kurzsichtigen
Engländers
Lloyd George († 1945) und des wirklichkeitsfremden, ewig
unentschlossenen
Amerikaners Woodrow Wilson († 1924).
Dieser unwürdige Diktatfriede beendete die
Gegensätzlichkeiten
unter den kriegführenden Mächten nicht, sondern
verschärfte
sie, besonders durch seine maßlosen Belastungen, Forderungen und
Zumutungen an die besiegten Staaten, vor allem Deutschland. So trug
dieser
sog. Friede den Keim zu einem neuen Weltkrieg in sich. Dieser Keim kam
zu immer stärkerem Wachstum durch die nationalistischen
Strömungen,
die in der neueren Zeit die Völker stets in ihren Bann zogen und
in
dem entwürdigten Deutschland einen besonders günstigen Boden
fanden. Der moderne Nationalismus brachte politische Umwälzungen
mit
sich, die das Leben und Wirken der Kirche bis hinein in ihre
Missionstätigkeit
beeinflußten.
Das Britische Weltreich hatte sich infolge der modernen
nationalistischen
Strömungen bereits vor dem ersten Weltkrieg zum British
Commonwealth
of Nations umgestaltet, in welchem die einzelnen Glieder
(Großbritannien,
Irland, Kanada, Neufundland, Südafrikanische Union, Australischer
Bund und Neuseeland) volle Souveränität besaßen und aus
dem Gesamtverband ausscheiden konnten, was Irland im Jahre 1949 tat.
Aber
auch in den Kolonien mußte England den nationalen Bewegungen
nachgeben.
Indien und Ceylon rückten als Dominions ins Commonwealth ein. Am
15.
August 1947 traten in Indien die beiden neuen selbständigen
Staatswesen:
das mohammedanische Pakistan und die hinduistische Indische Union, ins
Leben. Da die nationalen Selbständigkeitsbestrebungen auch die
unkultivierten
englischen Kolonialvölker, die den Gefahren einer
bolschewistischen
Infektion besonders stark ausgesetzt sind, mehr und mehr erfassen, ist
das Ende dieser Entwicklung und ihr Ergebnis für die kirchliche
Arbeit
nicht abzusehen (vgl. Frage 499).
Der erste Weltkrieg zerschlug die drei Monarchien Rußland,
Österreich
und Deutschland, die bis dahin starke Bollwerke eines kirchlichen
Konservatismus
gewesen waren.
In Rußland war 1917 die Revolution ausgebrochen. Am 3.
März 1918 schloß es mit den Mittelmächten den
Sonderfrieden
von Brest-Litowsk, worin die nationale Selbständigkeit Finnlands,
des Baltikums, Polens und der Ukraine festgelegt wurde. In der
Oktoberrevolution
des Jahres 1917 führte Lenin den Bolschewismus zur absoluten
Herrschaft,
der als grundsätzlicher weltanschaulicher Materialismus und
kämpferischer
Atheismus die orthodoxe Staatskirche ein Vierteljahrhundert lang aufs
schwerste
verfolgte und ihr erst seit der Wiedererrichtung des Moskauer
Patriarchats
durch Stalin im Herbst 1943 eine rein kultische Lebensmöglichkeit
gewährte. In der nationalistischen Idee von Moskau als dem dritten
und letzten Rom wird die Weltrevolution und bolschewistische
Weltregierung
unter Führung Moskaus angestrebt. Die katholische Kirche wurde
überall
vom Bolschewismus als Hauptfeind angesehen und verfolgt.
Der erste Weltkrieg vernichtete die österreich-ungarische
Doppelmonarchie.
In den Verträgen von St. Germain (1919) und Trianon (1920) wurde
Österreich
auf das deutschsprachige Gebiet eingeschränkt. Südtirol,
Istrien
und etliche dalmatinische Inseln wurden an Italien übertragen.
Polen
erhielt Galizien. Siebenbürgen, die Bukowina und Bessarabien, das
früher russisch war, fielen an Rumänien. Aus Böhmen,
Mähren,
der Slowakei und nordungarischen Gebieten wurde die Tschechoslowakei
gebildet.
Aus Serbien, Montenegro, Kroatien, Bosnien, der Herzegowina, Dalmatien,
Steiermark und südungarischen Bezirken entstand Jugoslawien als
eigenes
Staatsgebilde. Erst die spätere Entwicklung, wie sie durch die
steigende
Macht des bolschewistischen Rußland, des eigentlichen Siegers im
zweiten Weltkrieg, herbeigeführt wurde, hat offenbart, wie
verhängnisvoll
jene Friedensschlüsse, durch die der erste Weltkrieg beendet
wurde,
für die Welt- und Kirchengeschichte waren (vgl. Frage 495).
Infolge der Unterdrückung völkischer Minderheiten in den
künstlich gebildeten neuen Staaten entwickelten sich die
nationalen
Gegensätzlichkeiten stärker als vor dem ersten Weltkrieg.
Sie waren besonders stark zwischen Deutschland und Polen wegen
des unnatürlichen Gebildes des Polnischen Korridors, der Freien
Stadt
Danzig und der erzwungenen Abtretung der wertvollsten Teile des
oberschlesischen
Industriegebietes. Als dann die wahnwitzigen Reparationsforderungen der
Siegermächte in Höhe von über 130 Milliarden Goldmark
das
deutsche Wirtschaftsleben weithin zum Erliegen brachten, eine
folgenschwere
Inflation des Geldes, eine ins Maßlose steigende Arbeitslosigkeit
und die Besetzung des Ruhrgebietes herbeiführten, wuchs die von
dem
Demagogen Adolf Hitler 1920 zum Zweck des gewaltsamen Umsturzes der
durch
den Versailler Frieden geschaffenen Verhältnisse gegründete
Nationalsozialistische
Deutsche Arbeiterpartei immer mehr an, indirekt gefördert durch
linksradikale
marxistische Kreise, die einen bolschewistischen deutschen Staat nach
russischem
Muster anstrebten.
Aber bereits zehn Jahre bevor Hitler mit seiner Partei am 30. Januar
1933 die politische Leitung in Deutschland übernahm, hatte in Italien
der Journalist und Nietzsche-Anhänger Benito Mussolini im Oktober
1922 die Macht gewaltsam an sich gerissen und eine faschistische
Diktatur
errichtet, in der nicht, wie im deutschen Nationalsozialismus, der
Rassegedanke,
sondern die ins Politisch-Nationale umgebogene Idee des nach Macht
strebenden
Übermenschen weltanschaulich bestimmend wurde.
In diesen gärenden Zeiten leitete die Kirche ein Papst, der wegen
seiner großen Gelehrsamkeit, vor allem in der
Geschichtswissenschaft,
besonders geeignet erschien, die verwickelten zeitgeschichtlichen
Verhältnisse
zu durchschauen und den richtigen Weg für das Wirken der Kirche
aufzuzeigen.
Das war Pius XI. (1922-1939).
9. Kapitel
Die Zeit der Pontifikate Pius' XI. und Pius' XII. bis zur Gegenwart
485. Frage: Welches war die leitende Idee im Wirken Papst Pius' XI.?
Am 6. Februar 1922 wurde der 65jährige Erzbischof von Mailand,
Kardinal Achille Ratti, im sechsten Wahlgang zum Nachfolger Benedikts
XV.
gewählt. Er nahm den Namen Pius XI. an. Achille Ratti entstammte
einer
norditalienischen Kaufmannsfamilie, war mit 25 Jahren Doktor der
Philosophie,
der Theologie und des Kirchenrechts, dann Professor am Priesterseminar
in Mailand geworden und hatte sich daneben eifrig den seelsorglichen
Arbeiten
für die verschiedenen Stände in der schwierigen
Großstadtseelsorge
von Mailand gewidmet. Auch in der Folgezeit, als er sich hauptamtlich
gelehrten
Forschungen an der großen Ambrosianischen Bibliothek in Mailand
hingab,
eine Anzahl wissenschaftlicher Aufsätze und Werke, darunter die
drei
großen Bände der Akten der Mailänder Kirche,
veröffentlichte
und dabei die Riesenbibliothek der Ambrosiana leitete, verband er,
soviel
es ihm nur möglich war, mit einer tiefgründigen
wissenschaftlichen
Arbeit die ihm als echtem Priester stets liebe und vertraut gewordene
praktische
Tätigkeit in der Seelsorge. Im Jahr 1910 berief ihn Papst Pius X.
an die Vatikanische Bibliothek, die Ratti als Nachfolger des deutschen
Gelehrten Franz Ehrte S. J. von 1914-1918 leitete. 1918 wurde Ratti
päpstlicher
Visitator in Polen, 1919 Nuntius in Warschau, am 13. Juni 1921
Erzbischof
seiner Heimatdiözese Mailand und gleichzeitig Kardinal.
Der gelehrte Historiker auf dem päpstlichen Stuhl war eine ernste,
zurückhaltende, geistig überragende und imponierende,
autokratisch
veranlagte Persönlichkeit, mit starker Zielklarheit und fester
Zielsicherheit.
In bewußter Anlehnung an das große Wirken seiner beiden
Vorgänger, Pius' X. und Benedikts XV., und in
zeitgemäßer
Fortführung ihres Wirkens stellte er in seiner ersten Enzyklika
"Ubi
arcano" vom 21. Dezember 1922 als leitende Idee als Ziel seines
Pontifikats
den "Frieden Christi im Reiche Christi" hin.
Pius X. hatte gegenüber einer immer mehr der unchristlichen
Selbstsucht
und dem atheistischen Materialismus anheimfallenden modernen Welt die
Losung
ausgegeben: "Alles erneuern in Christus." Pius XI. übernahm von
diesem
Papst mit dem Namen Pius auch das Ziel seines Wirkens, den Aufbau des
Reiches
Christi in allen Bezirken des Lebens und der Welt.
Die Welt war dem Rufe Pius' X., alles in Christus zu erneuern, nicht
gefolgt. Es brach der erste Weltkrieg mit seinem Leid über die
Menschheit
herein. Das unermüdliche Sorgen Benedikts XV. richtete sich auf
die
Herstellung eines wahrhaft christlichen Friedens unter den
Völkern.
Pius XI., der mit seinem historisch geschärften Blick klar
erkannte,
daß trotz Beendigung des blutigen Krieges die inneren
Gegensätzlichkeiten
unter den Völkern nicht geschwunden, sondern stärker geworden
waren als vorher, verband das Friedensziel Benedikts XV. mit der Losung
Pius' X. So wurde "der Friede Christi im Reiche Christi" die leitende
Idee
seines gesamten Wirkens im innerkirchlichen wie im
außerkirchlichen
Raum.
486. Frage: In welcher Weise erfolgte im Jahr 1929 die
Lösung
der Römischen Frage?
Papst Pius XI. hat die Losung seines Pontifikats "der Friede Christi
im Reiche Christi" zunächst im außerkirchlichen Raum zu
verwirklichen
gesucht und weithin zur Verwirklichung geführt.
Bezeichnend in dieser Hinsicht war schon der erste päpstliche
Akt nach der Papstkrönung, am 12. Februar 1922. Zum erstenmal seit
1870 erteilte der neue Papst seinen Segen vom Balkon der Peterskirche
"urbi
et orbi", der Stadt Rom und dem Erdkreis. In dieser symbolischen
Handlung
deutete Pius XI. an, daß er die sogenannte Römische Frage zu
Ende führen wolle und der Friede zwischen der Kirche und den
Staaten
und Völkern der Erde das besondere Ziel seiner Regierung sein
werde.
Daß es der Kirche gelang, gerade unter einem Diktator wie
Mussolini
die Römische Frage zu lösen, war unstreitig der imponierenden
geistigen und charakterlichen Größe Pius' XI. zu verdanken.
Der Vertreter des Papstes bei den Verhandlungen mit der italienischen
Regierung
war der gelehrte Kirchenrechtler Kardinal Pietro Gasparri, der
Mitschöpfer
des Codex Juris Canonici und 1914 bis 1930 Kardinalstaatssekretär.
Nach fast dreijährigen Verhandlungen kam es am 11. Februar 1929
zum
Lateranvertrag und zum Konkordat mit Italien. Der Heilige Stuhl
erkannte
den 1870 gebildeten italienischen Staat mit der Hauptstadt Rom an und
verzichtete
auf den früheren Kirchenstaat. Die italienische Regierung
anerkannte
den Heiligen Stuhl als politisch souverän auf internationalem
Gebiet.
Als zwar kleines, aber doch staatlich vollständig souveränes
Hoheitsgebiet des Papstes wurde die Vatikanstadt unter dem Titel
Città
del Vaticano bestimmt, ein Territorium von 44 Hektar. Dieser
selbständige
Staat hat nur die Bedeutung einer territorialen Grundlage für die
unabhängige Leitung der Weltkirche durch den Papst. Da der Bischof
von Rom als Oberhaupt der Gesamtkirche der monarchische Leiter auch des
Vatikanstaates ist, ist die Staatsform dieses souveränen
päpstlichen
Staates die absolute Wahlmonarchie. Bürgerrecht in diesem Staat
besitzen
die in Rom residierenden Kardinäle und die in der Vatikanstadt
wohnenden
Beamten mit ihren Angehörigen, soweit sie dort Wohnung haben.
Steuern
gibt es nicht, wohl aber eigene Post und Radiostation. Die Leitung der
staatlichen Verwaltung hat im Namen und Auftrag des Papstes ein
Gouverneur,
dem ein Generalrat zur Seite steht. Die kirchlichen Angelegenheiten
regelt
ein eigener, vom Papst ernannter Generalvikar, der verschieden ist vom
Generalvikar der Diözese Rom und nicht, wie dieser, im Range eines
Kardinals steht. Die Staatsfarben sind gelb-weiß; das Wappen ist
das päpstliche Wappen mit den zwei sich kreuzenden Schlüsseln
und der erhöht dazwischen stehenden Tiara.
Ferner wurden dem Papst als exterritorialer und immuner Besitz eine
Anzahl von Kirchen und Gebäuden zuerkannt, wie der Lateran, S.
Maria
Maggiore, S. Paolo fuori le mura, die Sitze der wichtigsten
päpstlichen
Behörden in der Stadt Rom und die päpstliche Sommerresidenz
Castel
Gandolfo, oberhalb des Westufers des Albanersees.
In dem gleichzeitig mit den Lateranverträgen abgeschlossenen
Konkordat
mit Italien wurde die katholische Kirche als Staatsreligion für
Italien
anerkannt, ihr und ihren Organen der staatsrechtliche Schutz
zugesichert,
die kirchenfeindlichen Gesetze aufgehoben, die kirchliche
Eheschließung
auch als staatlich gültig gewertet, den religiösen
Genossenschaften
der Charakter als juristische Personen zuerkannt, die christliche
Religion
zur Grundlage der öffentlichen Erziehung erklärt und der
katholische
Religionsunterricht wieder in den Schulen eingeführt.
Außerdem
wurden dem Heiligen Stuhl als Sachentschädigung 1,75 Milliarden
Lire
in Staatspapieren und Bargeld überwiesen. Kirchlicherseits wurde
die
Verpflichtung übernommen, den Klerus von jeglicher politischen
Parteibetätigung
fernzuhalten.
487. Frage: Wie wurde die Losung vom "Frieden Christi im Reiche
Christi"
im politischen Verkehr der Kirche mit den staatlichen Regierungen
verwirklicht?
Wie es dem Geiste und der Energie Pius' XI. gelang, den 60jährigen
Streit zwischen dem Vatikan und dem Quirinal im Jahre 1929 zu beenden,
so erreichte dieser überragend kluge Papst auch den Abschluß
einer Anzahl von Konkordaten mit verschiedenen Staaten als Grundlagen
einer
friedlichen Regelung der kirchlichen und politischen Verhältnisse
in den betreffenden Ländern. Im Jahr 1922 wurde das Konkordat mit
Lettland, im Jahr 1924 mit Bayern, 1929 mit Preußen
abgeschlossen.
Das bayrische Konkordat änderte an der bisherigen
Bistumseinteilung
nichts. Das Konkordat mit Preußen hob die Regelung, die 1821
durch
die Bulle "De salute animarum" erfolgt war (vgl. Frage 450), auf. In
Berlin
und Aachen wurden neue Bistümer errichtet. Breslau und Paderborn
wurden
Erzbistümer, neben dem schon bestehenden Erzbistum Köln.
Diesem
wurden die Bistümer Aachen, Trier, Münster, Osnabrück
und
Limburg zugeordnet, dem Erzbistum Paderborn die Bistümer
Hildesheim
und Fulda, dem Erzbistum Breslau die Bistümer Berlin, Ermland und
die freie Prälatur Schneidemühl. Diesen beiden Konkordaten
mit
deutschen Staaten folgte als drittes im Jahr 1932 das Konkordat mit
Baden.
Wie alle diese Konkordate die Grundlage einer friedlichen
Zusammenarbeit
von Kirche und Staat schufen und der Kirche die Freiheit ihres Wirkens,
auch auf dem Gebiet der Erziehung, entsprechend den verschiedenartigen
Verhältnissen, gewährleisteten, so hat ganz besonders das
Konkordat
mit Portugal im Jahr 1928/29 dazu beigetragen, unter der Regierung des
autokratischen Generals Carmona (seit 1926) und seines tief
religiösen
Finanzministers Salazar (seit 1928) das Land einer neuen
religiösen
und sozialen Entwicklung entgegenzuführen, zu der die
Muttergotteserscheinungen
von Fatima bereits im Jahre 1917 den Anlaß gegeben hatten, die
das
christliche Bewußtsein des noch gläubigen Volkes lebendig
machten
gegen die seit 1910 herrschende freimaurerische und marxistische
Regierung
(vgl. Frage 498).
In dem grundsätzlich konservativen und katholischen Spanien gelang
es allerdings nicht so wie in Portugal den Frieden aufrechtzuerhalten
oder
gar zu befestigen. Unter der Regierung des letzten Königs, Alfons'
XIII (1902-1931), wechselten mehr oder minder kirchenfeindliche,
liberale
Regierungen mit kirchenfreundlichen, konservativen ab. Leider
vermochten
letztere nicht, die große soziale Rückständigkeit im
Lande
zu überwinden. Es fehlte der spanischen Kirche und der mit ihr eng
verbundenen Regierung an der Aufgeschlossenheit für die
Forderungen
der neuen Zeit. Auch dem General und Staatsmann Primo de Rivera
(1870-1930),
der mit Billigung Alfons' XIII. im Jahr 1923 die korrupte,
parlamentarische
Regierung stürzte und eine Militärdiktatur errichtete, gelang
es nicht, die unbedingt notwendige Wirtschaftsreform zu bringen. Im
Jahr
1931 wurde die Republik errichtet, die in der Reaktion gegen die
überlange
und überstarke Rückständigkeit und unter dem
Einfluß
des bolschewistischen Rußland einen schweren Religionskampf
entfesselte,
bis im Jahr 1936 unter Führung des General Franco die Erhebung der
konservativen Elemente einsetzte. In dem dadurch entfesselten
grauenhaften
Bürgerkrieg wurden zwölf Bischöfe, über 4000
Weltpriester,
rund 2500 Ordenspriester, fast 300 Ordensschwestern, etwa 250
Theologiestudierende
und zahlreiche kirchentreue Laien von den bolschewistisch fanatisierten
Massen ermordet und zahlreiche Kirchen in Brand gesteckt. Im Jahr 1938
errichtete Franco eine nationale, diktatorische Regierung und versucht
seitdem, die wirtschaftlichen und sozialen Zustände des Landes
durch
eine modernere soziale Gesetzgebung und durch stärkere
Industrialisierung
zu bessern. Die zerstörten Kirchen wurden wieder aufgebaut. Mit
Hilfe
der Regierung wird an einer Vertiefung und Verlebendigung der Religion
im Leben des Volkes gearbeitet (vgl. Frage 498).
Weil Pius XI. ehrlich um den Frieden in der Welt bemüht war,
lehnte
er die von Maurras im Jahre 1898 in Frankreich gegründete
nationalistische
Action Francaise ab, obwohl sie Anschluß an die Kirche suchte. Er
verbot diese Art gefährlicher Verbrüderung von Christentum
und
Patriotismus und verurteilte die Action Francaise öffentlich im
Jahr
1926.
488. Frage: Wie gestaltete sich unter Pius XI. das
Verhältnis
der Kirche zum Nationalsozialismus in Deutschland?
Nachdem Adolf Hitler mit seiner nationalsozialistischen Partei im
Januar
1933 zur Macht gekommen war, lag ihm alles daran, die internationale
katholische
Kirche für sein eigenes Ansehen in der Welt auszunutzen. Das war
wohl
für ihn der Beweggrund zum Abschluß des Reichskonkordates
mit
dem Heiligen Stuhl am 20. Juli 1933. Es hätte die Grundlage
für
einen wahrhaften Frieden zwischen Kirche und Staat bilden können,
wie ihn Pius XI. ersehnte. Aber es zeigte sich, wie recht der Papst mit
seiner grundsätzlichen Beurteilung des extremen Nationalismus
hatte.
Denn kaum war das Konkordat geschlossen und hatte der Hitlerregierung
ein
Renommee in den Augen der Welt gegeben, da setzte schon der
maßlose
Kampf dieser Regierung gegen die Kirche ein, der volle zwölf
Jahre,
bis zum Untergang des Naziregimes, dauerte. Die katholischen Vereine
und
Zeitungen wurden unterdrückt. Ein gemeiner Verleumdungsfeldzug
gegen
die Kirche wurde inszeniert, 1937 den Geistlichen die Erteilung des
Religionsunterrichtes
in den Volks- und Berufsschulen untersagt und und 1939 das katholische
Volksschulwesen formell aufgehoben. Priester und führende Laien
wurden
verfolgt, in ihrer Arbeit, ihrem Ansehen, ihrer Stellung, ihrem
Fortkommen
geschädigt, zum Teil in Gefängnissen, Zuchthäusern und
Konzentrationslagern
interniert. Im Laufe der sich ständig steigernden Verfolgung
wurden
auch Klöster und caritative Anstalten geschlossen und Priester wie
kirchentreue Laien hingerichtet. Dem Neuheidentum, das in der
Vergötzung
der sog. Nordischen Rasse und der deutschen Nation ("Mythus des 20.
Jahrhunderts")
bestand, und das den Kampf gegen das Alte Testament, aber auch gegen
jedes
positive Christentum beider Konfessionen systematisch führte,
setzte
die Kirche Proteste, Glaubenskundgebungen und eine Vertiefung der
Religion
durch Schulungskurse und Einkehrtage entgegen.
Von seinem Krankenlager aus wandte sich Papst Pius XI. am 14. März
1937 mit "brennender Sorge" in einem eigenen großen
Hirtenschreiben
an die deutschen Bischöfe, in welchem er den neuheidnischen Ideen,
die in Deutschland staatlicherseits zur weltanschaulichen und ethischen
Vergiftung der Jugend und des Volkes verbreitet wurden, den wahren
christlichen
Glauben an Gott, Christus und die Kirche und die christlichen Lehren
über
die Erbsünde, die menschliche Unsterblichkeit, die christliche
Tugend
der Demut usw. entgegenstellte, auf "die Heiligkeit des feierlich
gegebenen
Wortes, die Unverbrüchlichkeit der freiwillig eingegangenen
Verpflichtungen"
und die Folgen staatlicher Vertragsbrüche hinwies, "die alles
Vertrauen
töten und jedes auch in Zukunft gegebene Wort entwerten."
Warnend, aber vergeblich rief das Oberhaupt der Kirche den Machthabern
des sog. Dritten Reiches zu: "Sie sehen nicht oder wollen nicht sehen,
daß mit der Verbannung des bekenntnismäßigen
Christentums
aus Unterricht und Erziehung, aus der Mitgestaltung des
gesellschaftlichen
und öffentlichen Lebens die Wege der geistigen Verarmung und des
Niederganges
beschritten werden."
489. Frage: Wie nahm Pius XI. Stellung gegen den atheistischen
Kommunismus?
Vier Tage nach seinem Hirtenschreiben über die Lage der
katholischen
Kirche im Deutschen Reich vom Passionssonntag, dem 14. März 1937,
das sich in klarer und unmißverständlicher Weise gegen die
weltanschaulichen
Irrtümer und das antichristliche Handeln des Nationalsozialismus
richtete,
gab Pius XI. am 19. März 1937, dem Fest des hl. Joseph, des
Patrons
der Kirche, ein umfangreiches und tiefschürfendes Rundschreiben an
alle Oberhirten der gesamten Kirche über den atheistischen
Kommunismus
heraus.
In diesem Hirtenschreiben kennzeichnet der gelehrte Papst den
Bolschewismus
als "die furchtbare Bedrohung der Welt", der darauf ausgeht, die
soziale
Ordnung umzustürzen und die Fundamente der christlichen Kultur zu
untergraben. Er weist darauf hin, daß er bereits seit 1924
verschiedene
Male die Welt vor "dieser falschen Erlösungslehre" gewarnt und des
öfteren Protest gegen die bolschewistischen Christenverfolgungen
in
Rußland, Spanien und Mexiko erhoben habe. Dann legt er die
verderblichen
weltanschaulichen Grundlagen des bolschewistischen Systems dar, in
welchem
"kein Platz mehr ist für die Idee Gottes, kein Unterschied mehr
besteht
zwischen Geist und Stoff, zwischen Seele und Leib, keine Hoffnung mehr
auf ein anderes Leben, in welchem der Mensch seiner Freiheit, der
geistigen
Grundlage seiner moralischen Lebensführung, beraubt ist, weil er
darin
nichts anderes bedeutet als ein einfaches Rad im Gefüge einer
Maschine."
Pius XI. deckt vor allem "die wahrhaft dämonische Propaganda des
Bolschewismus" auf, "einer Propaganda, wie sie die Welt vielleicht bis
heute noch nicht gesehen hat, einer Propaganda, die von einem einzigen
Zentrum geleitet wird und äußerst geschickt den
Lebensbedingungen
der verschiedenen Völker angepaßt ist, einer Propaganda, die
mit großen Geldmitteln arbeitet, mit Riesenorganisationen, mit
internationalen
Kongressen, mit zahllosen gut geschulten Kräften, einer
Propaganda,
die mit Flugblättern wirbt und Zeitschriften, in Lichtspielen und
Theatern, mit Radio, in den Schulen, selbst an Universitäten, die
nach und nach alle Kreise der Bevölkerung erfaßt, auch die
besseren,
ohne daß sie das Gift auch nur gewahr werden, das mehr und mehr
in
ihren Geist und in ihr Herz eindringt."
Der Bolschewismus verführt, wie der Papst sagt, durch seine
sozialen
Ziele eines besseren Ausgleichs der Besitzverhältnisse auf Erden
und
der Besserung der wirklichen bestehenden Mißstände der
liberalen
Wirtschaftsführung, "Ziele, die zweifellos ihre volle Berechtigung
haben, auch Menschen, die mehr als normal begabt sind, und macht sie
ihrerseits
zu Aposteln unter der jungen Intelligenz. Obendrein wissen die
Bannerträger
des Kommunismus aus den Gegensätzen zwischen den Rassen und den
verschiedenen
einander bekämpfenden politischen Systemen ihren Nutzen zu ziehen,
ja sogar die Ratlosigkeit einer Wissenschaft ohne Gott für sich
auszubeuten,
um auf den Universitäten sich einzunisten und die Grundsätze
ihres Systems mit Scheinargumenten zu stützen."
Wie scharf der Historiker auf dem Stuhl des hl. Petrus die tiefernste
Gefahr des Bolschewismus durchschaute, ganz anders als so viele
Politiker
mit großem Namen, zeigen seine Worte: "Im Anfang zeigte sich der
Bolschewismus, wie er war, in seiner ganzen Verruchtheit. Bald aber
schon
wurde er gewahr, daß er sich auf solche Weise die Völker
entfremde,
und so änderte er seine Taktik, indem er seine wahren Absichten
hinter
Ideen verbirgt, die an und für sich gut und anziehend sind. So
geben
sich die Häupter des Kommunismus als die eifrigsten Förderer
und Propagandisten der Weltfriedensbewegung; zur gleichen Zeit aber
schüren
sie einen Klassenkampf, bei dem Ströme von Blut vergossen werden,
und, da sie fühlen, daß sie innere Garantien des Friedens
nicht
besitzen, nehmen sie ihre Zuflucht zu unbegrenzten Rüstungen. Sie
laden auch Katholiken ein, mit ihnen auf dem humanitären und
caritativen
Gebiet zusammenzuarbeiten, und machen gelegentlich Vorschläge, die
in allem dem christlichen Geist und der Lehre der Kirche entsprechen.
Anderswo
verbreiten sie die Meinung, daß der Kommunismus in Ländern
mit
tieferem Glauben und höherer Kultur eine andere, mildere Form
annehmen
und die Gewissensfreiheit achten werde. Sorgt, Ehrwürdige
Brüder,
daß sich die Gläubigen nicht täuschen lassen! Der
Kommunismus
ist in seinem innersten Kern schlecht. Es darf sich auf keinem Gebiet
mit
ihm auf Zusammenarbeit einlassen, wer die christliche Kultur retten
will.
Wenn manche Getäuschte zu seinem Siege in ihrem Lande beitragen
würden,
gerade sie werden als erste Opfer ihres Irrtums fallen."
Diesen furchtbar ernsten und unerbittlichen Mahnungen und Warnungen
fügte Pius XI. in seinem gewaltigen Hirtenschreiben die wahre
christliche
Lehre an über Gott und Mensch und menschliche Gesellschaft und
zeigte
im einzelnen die Heils- und Hilfsmittel, die kirchlichen und
staatlichen,
auf zur Überwindung des Bolschewismus und zur Rettung der
christlichen
Gesellschaft und Menschheitskultur.
490. Frage: Welche Züge zeigte das kirchlich-religiöse
Leben zwischen den beiden Weltkriegen?
Im Jahr 1925 führte Pius XI. das Christkönigsfest für
die ganze katholische Welt ein. Alljährlich, am letzten Sonntag im
Oktober, wird es seitdem gefeiert als ein Fest, das weniger an
Heilsgeschehnisse
der Vergangenheit erinnert, als die Gläubigen an die
Durchführung
ihrer großen Aufgabe mahnt, das Reich Christi auf Erden
aufzubauen,
vor allem durch die verantwortungsbewußte Teilnahme der
katholischen
Laien am hierarchischen Apostolat der Kirche. Im Sinn« dieser
sog.
Katholischen Aktion wurde seitdem in den verschiedenen Ländern
organisiert
und praktisch gearbeitet. Dabei bildeten die von Pius X. entweder
grundgelegten
oder besonders geförderten Bewegungen zur inneren religiösen
Vertiefung, wie die eucharistische und liturgische Bewegung, ferner die
Pflege und Ausbreitung der Exerzitien und Volksmissionen sowie die
Förderung
der Verehrung des Herzens Jesu und der Gottesmutter Ausgang und
Voraussetzung!
Sicher wurde manches Erfreuliche in dieser Hinsicht erreicht, aber
zu wenig im Hinblick auf die massierte Aktivität der
neuheidnischen
Bewegungen, deren immer strafferen Konzentrierungen die Kirche eine
festere
Zentralisation ihrer Glieder und Kräfte, ihrer Verwaltung und
Arbeiten
entgegenstellte. Manche Vertreter der katholischen Bewegungen setzten
in
falscher Schau an die Stelle religiöser Lebensdynamik die sog.
seinshafte
religiöse Haltung oder ließen die Kraft einer entstandenen
Bewegung
in Äußerlichkeiten versanden. So kam es infolge der
Aktivität
der antichristlichen Bewegungen nach dem ersten Weltkrieg in der immer
stärker vertechnisierten, vom materialistischen Denken
erfaßten
modernen Menschheit zu einer weitgreifenden Kirchenentfremdung, einer
starken
Kirchenaustrittsbewegung und zu fortschreitender Verweltlichung der
Lebensbezirke
und des gesamten öffentlichen Lebens sowie zum Anwachsen jener
nationalen
und sozialen Religionsersatze, aus denen der zweite Weltkrieg wurde.
Pius XI., der den ganzen Ernst der Lage in seinen tiefsten Wurzeln
schaute, hörte nicht auf, die dem Abgrunde zueilende Menschheit
auf
die Wege der Rettung hinzuweisen. Besondere Gelegenheiten dazu boten
ihm
die großen Gedenktage seines Pontifikats, der 300. Erinnerungstag
an den Tod des heiligen Franz von Sales im Jahr 1923, die 600.
Wiederkehr
der Kanonisation des heiligen Thomas von Aquin im Jahr 1924, der 1600.
Erinnerungstag an das Konzil von Nizäa im Jahr 1925, die 700.
Wiederkehr
des Todestages des heiligen Franz von Assisi im Jahr 1926 und das 1900.
Jahresgedächtnis des Todesjahres Christi im Jahr 1933, das neben
dem
Jahr 1925 zu einem Jubiläumsjahr der Kirche wurde.
In den zeitgemäßen Ansprachen und Hirtenschreiben zu diesen
Erinnerungstagen nahm der Papst zu allen wichtigen Fragen der Zeit
Stellung.
Außerdem wies Pius XI. im Jahr 1929 in der bedeutungsvollen
Enzyklika
"Miserentissimus Redemptor" die sorgende, suchende und leidende
Menschheit
auf das Erbarmen Christi, in der Enzyklika "Casti connubii" von 1930
auf
die Notwendigkeit der christlichen Erneuerung von Ehe und Familie und
in
der Enzyklika "Quadragesimo anno" auf die Wichtigkeit echter sozialer
Reformen
und des Neubaues der sozialen Ordnung hin. Alle diese Hirtenschreiben
enthalten
eine Fülle grundlegender Wahrheiten und praktischer Anregungen und
Vorschläge zur zeitgemäßen Lösung der betreffenden
Fragen und Aufgaben.
In zahlreichen Heilig- und Seligsprechungen stellte der Papst der Welt
und den einzelnen Ständen die Vorbilder echt christlichen Denkens
und Lebens vor Augen: den kirchlichen Oberhirten den glaubensstarken,
opfermutigen
Märtyrerbischof John Fisher († 1535), den Lehrern der Theologie
den
Kirchenlehrer Albertus Magnus († 1280) und gelehrten Jesuiten Robert
Bellarmin
(† 1621), den Seelsorgern den demütigen, seeleneifrigen Pfarrer
von
Ars, Jean Baptiste Vianney († 1859), den unermüdlichen
religiösen
Erneuerer und großen Förderer der Herz-Jesu- und
Herz-Maria-Verehrung
Jean Eudes († 1680), den Jugendapostel Don Bosco († 1888), Günder
der Salesianer, und den hervorragenden Katecheten und Freund der
Kinderwelt
Petrus Canisius († 1597), der mit Recht der zweite Apostel Deutschlands
genannt wird, den gebildeten Männern den klugen und starkmutigen
Thomas
Morus († 1535), dem schlichten Mann des Volkes den einfachen Bauernsohn
Konrad von Parzham († 1894), der in selbstloser Liebe tätigen
Frauenwelt
die Mitbegründerin der Barmherzigen Schwestern, Louise Marillac (†
1660), und die Gründerin der "Frauen vom heiligsten Herzen Jesu"
("Dames
du Sacre Coeur"), die tatkräftige Sophie Barat († 1865), den
erzieherisch
wirkenden Frauen und Müttern die mutige und tapfere Gründerin
der „Schwestern der Christlichen Schulen von der Barmherzigkeit", Maria
Magdalena Postel († 1846). In der Heiligsprechung der Karmeliterin
Theresia
vom Kinde Jesu († 1897) und der Seherin Bernadette Soubirous († 1879)
zeigte
Pius XI. einer verflachten Welt die zwei jugendlichen Vorbilder
tiefster
religiöser Verinnerlichung und selbstlosester Hingabe an das
Göttliche.
Aber trotz aller Mahnung und Warnung seitens der Kirche schritt die
Welt wie blind dem Verderben entgegen. Pius XI. sah in seinem scharfen
Geist längst das Elend kommen. Er bot sein Leben Gott zum Opfer an
für den Frieden der Welt. Gott bewahrte ihn davor, daß er
den
Ausbruch der furchtbaren Welttragödie noch erlebte. Er starb am
10.
Februar 1939. Am 1. September 1939 brach der zweite Weltkrieg aus. Ein
neuer Papst hatte inzwischen die Leitung der Weltkirche in die Hand
genommen:
Pius XII.
491. Frage: Welches waren die wichtigsten Ereignisse im Leben und
Wirken Pius' XII. vor seiner Papstwahl?
Am 10. Februar 1939 war Papst Pius XI. gestorben. Bereits nach dem
dritten Wahlgang, am Abend des 2. März 1939, ging der bisherige
Kardinalstaatssekretär
Eugenio Pacelli aus dem Konklave, zu dem 62 Kardinale zusammengetreten
waren, als Papst hervor. Er nahm den Namen Pius XII. an. Der Tag seiner
Papstwahl war sein 63. Geburtstag.
Am 2. März 1876 wurde Pius XII. in Rom geboren. Mit ihm bestieg
zum erstenmal seit Innozenz XIII. (1721-1724), d.h. nach 218 Jahren,
wieder
ein geborener Römer den päpstlichen Thron. Unter Eugenio
Pacellis
Großvater, Marcantonio Pacelli, war die Familie aus dem kleinen
Dorf
Ornano bei Viterbo nach Rom gekommen, dort in den Dienst der
päpstlichen
Kurie getreten und von Papst Pius IX., dem Souverän des
Kirchenstaates,
in den Adelsstand erhoben. Eugenio Pacellis Vater, Filippo Pacelli, war
Konsistorialadvokat an der römischen Kurie; die Mutter Virginia
Graziosi,
zeichnete sich durch Adel der Geburt und Gesinnung und tiefe
Frömmigkeit
aus.
Nach Vollendung seiner philosophischen und theologischen Studien an
der von Jesuiten geleiteten päpstlichen Universität, der
Gregoriana,
empfing Eugenio Pacelli am 2. April 1899 die Priesterweihe und feierte
am 3. April sein erstes heiliges Meßopfer in der bedeutendsten
Marienkirche
der Welt, Maria Maggiore, und zwar in der Capella Borghese dieser
Kirche
vor dem uralten Gnadenbild "Salus Populi Romani".
Der Priesterweihe und Primiz schlössen sich praktische
Seelsorgsarbeiten
in der römischen Pfarrei der Chiesa nuova, der Kirche des heiligen
Philippus Neri, an, die dem jungen Priester von seinen Knabenjahren her
besonders lieb und vertraut war. Er wirkte dort als Beichtvater und
Prediger,
als Katechet und Exerzitienleiter. Diese seelsorgliche Tätigkeit
setzte
er auch fort, als er schon bald zur Mitarbeit an der "Kongregation
für
außerordentliche kirchliche Angelegenheiten" herangezogen wurde.
Mit höchster Auszeichnung promovierte Pacelli im Jahr 1902 zum
Doktor des Kirchenrechts, nachdem er bereits seine früheren
Studien
mit dem Doktorexamen in der Philosophie und Theologie abgeschlossen
hatte.
Neben den Arbeiten in Verwaltung und Seelsorge hielt er für kurze
Zeit Vorlesungen als Professor des kanonischen Rechtes und wurde 1903
zum
Päpstlichen Geheimkämmerer und 1904 zum Päpstlichen
Hausprälaten
ernannt. Die Berufung der katholischen Universität Washington auf
den Lehrstuhl für Kirchenrecht im Jahr 1909 lehnte er auf Wunsch
Pius'
X. ab, übernahm aber im gleichen Jahr den Lehrstuhl an der
päpstlichen
Diplomatenschule, der "Academia dei Nobili Ecclesiastici", und wurde
1914
Leiter des päpstlichen Hilfswerkes für die
Krieg»»
gefangenen und Sekretär der "Kongregation für
außerordentliche
kirchliche Angelegenheiten". Im Jahr 1912 hatte er den päpstlichen
Sondergesandten, Kardinal Granito di Belmonte, zu den
Krönungsfeierlichkeiten
König Georgs V. nach England begleitet.
Im Jahr 1917 wurde der bisherige Apostolische Nuntius am Bayrischen
Hof, der ehemalige Dominikaner-General Andreas Frühwirth, ins
Kardinalskollegium
berufen. Papst Benedikt XV. ernannte den erst 38jährigen
Prälaten
Eugenio Pacelli am 20. April 1917 zu dessen Nachfolger als
Apostolischen
Nuntius für Bayern und erteilte ihm am 13. Mai 1917 die
Bischofsweihe.
Es war der Tag der ersten Marienerscheinung in Fatima, wovon die Welt,
auch Rom, nichts wußten.
Noch im gleichen Jahr 1917 nahm der neue Nuntius in München im
Namen des Papstes Friedensvermittlungen auf, um das Grauen des ersten
Weltkriegs
zu beenden. Im deutschen Hauptquartier zu Bad Kreuznach hatte er
Besprechungen
mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II., in München mit Karl I. von
Österreich.
Kaiser Wilhelm kennzeichnete ihn später in seinen Memoiren mit den
ehrenden Worten: "Pacelli ist eine vortreffliche, sympathische
Erscheinung
von hoher Intelligenz und vollendeten Bildungsformen, das Bild eines
katholischen
Kirchenfürsten."
Als die Friedensbemühungen am nationalen Egoismus der Völker
scheiterten, mühte sich Nuntius Pacelli in um so intensiverer
Sorge
für die Kriegsgefangenen.
Nach dem für Deutschland so tragischen Ende des ersten Weltkriegs
nahm Pacelli mit den führenden Männern der ersten deutschen
Republik
sehr bald die Verhandlungen auf. Deren Ergebnis war die Errichtung
einer
Nuntiatur für das Deutsche Reich in Berlin, zu dessen Leiter
Eugenio
Pacelli am 20. Juni 1920 von Benedikt XV. ernannt wurde.
Wie Pacelli während des ersten Weltkriegs und in den ersten
Nachkriegsjahren
durch seine caritative Tätigkeit dem leidenden deutschen Volk
tröstend
und helfend zur Seite gestanden hatte, ging nunmehr sein Bemühen
dahin,
das Verhältnis zwischen dem neuen, republikanischen Deutschland
und
der Weltkirche neu zu regeln.
Sein Plan, ein Reichskonkordat für Deutschland zu schaffen,
scheiterte
an allzu starkem Widerspruch verschiedener deutscher Parteien. Aber
1924
kam durch Pacellis Bemühungen das Konkordat mit Bayern, 1929 das
mit
Preußen zustande.
In jenen Jahren lernte Nuntius Pacelli das deutsche Volk und die
deutschen
Verhältnisse immer gründlicher kennen. Er durchreiste
Deutschland
und war bei allen großen und wichtigen Veranstaltungen der
katholischen
Kirche Deutschlands persönlich anwesend. Tiefgründige,
zeitgemäße,
stilistisch vollendete Ansprachen hielt er auf den großen
Katholikentagen
von 1921 bis 1929.
Als Pacelli am 9. Dezember 1929 Abschied von Berlin nahm, um die
Kardinalswürde
zu empfangen und seine Arbeiten in Rom wieder aufzunehmen, und zwar in
weit einflußreicherer Weise als zuvor, sprach das deutsche
Staatsoberhaupt,
Reichspräsident von Hindenburg, beim offiziellen öffentlichen
Abschied zu ihm die dankbaren Worte: "Sie haben Deutschland auf seinem
schweren Weg allzeit mit aufrichtiger Anteilnahme begleitet. Wenn die
Verständigungsbereitschaft
allmählich an Boden gewinnt, ist das nicht zuletzt dem
unermüdlichen
Wirken Ihres erhabenen Souveräns zu danken, der keine Gelegenheit
unbenutzt läßt, zum Frieden zu mahnen. Aber auch, was Eure
Exzellenz
während ihrer hiesigen Tage an vorbildlicher Friedensarbeit
geleistet
haben, wird Ihnen unvergessen bleiben, wie alles, was Sie für die
Erhaltung und Festigung der Freundschaft zwischen dem Heiligen Stuhl
und
Deutschland getan haben."
In der großen Abschiedsfeier der Berliner Katholiken nahm Pacelli
nach zwölfjähriger Tätigkeit von Deutschland Abschied
mit
den Worten: "Meine deutsche Mission ist zu Ende. Eine
größere,
umfassendere am geistigen und übernatürlichen Brennpunkt der
universalen Kirche hebt an. Ich kehre zurück, wovon ich
ausgegangen
bin - zu dem Grabe des Felsenmannes unter der Kuppel Michelangelos und
zu dem lebendigen Petrus im Vatikan."
Am 16. Dezember 1929 wurde Pacelli von Pius XI. zum Kardinal kreiert,
am 7. Februar 1930 als Nachfolger des Kardinals Gasparri zum
Staatssekretär
ernannt und am 25. März 1930 als Nachfolger des Kardinals Merry
del
Val zum Erzpriester von St. Peter berufen.
Am 12. Oktober 1932 unterzeichnete Pacelli das Konkordat mit dem
Freistaat
Baden, am 5. Juni 1933 mit der Republik Österreich und am 20. Juli
1933 mit dem Deutschen Reich, in welchem inzwischen Adolf Hitler die
Macht
an sich grissen hatte (vgl. Frage 488).
Weltreisen, die Kardinal Pacelli in den nächsten Jahren unternahm,
weiteten seinen Blick noch mehr, vor allem die Reise als
päpstlicher
Legat zum Eucharistischen Kongreß in Buenos Aires im Jahr 1934
und
die Studienreise in die Vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahr
1936.
Auch Frankreich und Ungarn lernte Pacelli damals aus eigener Anschaung
kennen.
492. Frage: Was tat Papst Pius XII. zur Verhütung des
zweiten
Weltkrieges?
Der Pontiflkat Pius' XI. fiel ganz in die Zeit eines scheinbaren
äußerlichen
Friedens, der in Wirklichkeit aber nur ein Scheinfriede war, aus
welchem
sich unter den bitteren Nachwehen des ersten Weltkrieges die furchtbare
Dämonie des zweiten entwickelte. Daß sich Papst Pius XII.
von
vornherein des Ernstes der Zeitlage, in der sein Pontifikat begann,
klar
bewußt war, beweist seine Losung: "Opus Justitiae Fax" - "Durch
Gerechtigkeit
zum Frieden", und das von ihm gewählte Wappenbild der silbernen
Taube
mit dem Ölzweig des Friedens im Schnabel.
Kaum war Pius XII. am 12. März 1939 im Petersdom gekrönt,
da fühlte er sich schon verpflichtet, in der ersten
Rundfunkansprache
an die Welt eindringlich zum Frieden zu mahnen, "der aus Gerechtigkeit
und Liebe hervorgeht". In der Osterbotschaft am 9. April 1939 sprach er
vorausschauend das mahnende Wort: "Wenn das Zepter der Gerechtigkeit
durch
das Schwert der Gewalt ersetzt wird, braucht man sich nicht zu wundern,
daß am Himmel statt der Lichter des reinen Friedens die
düsterblutige
Brandröte des Krieges aufleuchtet."
Am 29. August 1939 richtete er sich in einer Radioansprache an die
Regierungen und Völker der Erde mit einer Eindringlichkeit,
daß
man aus seinen Worten geradezu das Zittern des Herzens
herausspürt:
"Eine schwere Stunde schlägt erneut für die
Menschheitsfamilie.
Wir sind euch allen nahe, die ihr in diesem Augenblick die Last
schwerer
Verantwortung tragt. Durch Unsere Stimme sollt ihr Christi Stimme
hören.
Wir sind im Geiste bei euch, ihr Führer der Völker, ihr
Männer
der Politik und der Waffen, ihr Männer der Feder, ihr Redner des
Rundfunks
und der Tribüne, und bei euch allen, die ihr Macht habt über
das Denken und Tun eurer Brüder und Verantwortung habt für
ihr
Schicksal."
Die letzten acht Tage vor Ausbruch des furchtbaren Menschenmordens
waren erfüllt von unermüdlicher Sorge, von Gebet und
Mahnungen
und allen nur denkbaren Versuchen des Papstes, das drohende Unheil zu
verhüten.
Es gelang ihm, Mussolini zu bewegen, daß er im Sinne des Friedens
auf Hitler einwirkte. Am 25. August und gleich nochmals am Tage danach
ließ Pius XII. durch seinen Nuntius in Warschau, Monsignore
Cortesi,
Polen aufs innigste bitten, gegenüber allen deutschen
Herausforderungen
äußerste Ruhe und Zurückhaltung zu bewahren. Am 31.
August
1939 sandte er durch seinen Kardinalstaatssekretär Maglione den
Botschaftern
Deutschlands, Polens, Frankreichs und dem Gesandten
Großbritanniens
beim Heiligen Stuhl die dringendste Mahnung, unter keinen
Umständen
die bestehenden Spannungen zu verschärfen. Es war das letzte
Mühen
des Papstes um Erhaltung des Friedens. Schon am nächsten Tag
ließ
Hitler die deutschen Truppen in Polen einmarschieren. Damit nahm der
zweite
Weltkrieg seinen Anfang.
493. Frage: Wie versuchte die Kirche die Leiden des zweiten
Weltkrieges
abzukürzen und zu mildern?
Es ist Tatsache, daß die Machtgier und Eroberungssucht Hitlers
den zweiten Weltkrieg entfesselt haben. Es dürfen aber auch tiefer
liegende Ursachen nicht übersehen werden. Der unselige Friede von
Versailles (vgl. Frage 484) hatte die Voraussetzung zum Aufstieg
Hitlers
geschaffen. Die Machtpolitik Japans hatte schon 1931 zum Einfall in das
chinesische Hoheitsgebiet geführt, den Staat Mandschukuo ins Leben
gerufen, den nationalen Widerstand Chinas unter Tschiangkaischek
geweckt,
japanische Truppen in die Mongolei einrücken und 1937 den offenen
Krieg gegen China beginnen lassen. Weil Japan dadurch in Gegensatz zu
Rußland,
England und die Vereinigten Staaten von Amerika geriet, kam es von
selber
an die Seite Deutschlands und Italiens, was diesen beiden Ländern
einen Rückhalt gegenüber jenen gab.
Zu den weiteren Ursachen des zweiten Weltkrieges gehörte auch
die seit 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise, weithin hervorgerufen
durch
eine [un-] unkluge Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten von
Amerika,
die in ihren Schuldnerländern das wirtschaftliche Leben derart
niederdrückte,
daß die Zahl der Arbeitslosen in ihnen schließlich auf 30
Millionen
gestiegen war.
Der Eroberungspolitik Japans war Italien unter Mussolini gefolgt, der
im Oktober 1935 Abessinien überfallen und in kurzer Zeit unter
italienische
Herrschaft gebracht hatte. König Viktor Emanuel III. von Italien
hatte
seitdem den Titel "Kaiser von Abessinien" angenommen.
Im spanischen Bürgerkrieg, der von 1936 bis 1939 dauerte, hatten
Hitler und Mussolini den General Franco in seinem Kampf gegen die
unerträgliche,
von Rußland geförderte kommunistische Diktatur
unterstützt
und ihm den Sieg ermöglicht.
Im März 1938 hatte Hitler deutsche Truppen in Österreich
einmarschieren und dessen Anschluß an Deutschland erklären
lassen,
ohne daß er ernsten Widerspruch seitens der europäischen
Großmächte
fand. Die noch immer schlafenden und zu keiner starken Aufrüstung
schreitenden europäischen Großmächte hatten dann sogar
Hitlers Forderung nach Abtretung der sudetendeutschen Randgebiete der
Tschechoslowakei
an Deutschland im September 1938 zugestimmt und keine entsprechenden
Gegenmaßnahmen
unternommen, als Hitler im März 1939 deutsche Truppen in die
Tschechoslowakei
einmarschieren ließ, das tschechische Gebiet zum deutschen
Protektorat
erklärte und aus dem slowakischen Gebiet einen deutschen
Satellitenstaat
machte. Erst nachdem Hitler am 24. August 1939 einen Nichtangriffspakt
mit Rußland geschlossen und am 1. September 1939 die deutschen
Truppen
auch in Polen einmarschieren ließ, griffen England und Frankreich
am 3. September ernstlich ein und erklärten den Krieg an
Deutschland,
das aber infolge seiner starken Aufrüstung und der bisherigen
schlaffen
Untätigkeit der übrigen Großmächte in kurzer Zeit
in Art eines Blitzkrieges Polen überrannte, dort das sogenannte
Generalgouvernement
errichtete, Norwegen, Dänemark, Holland und Belgien besetzte und
am
21. Juni 1940 Frankreich zum Waffenstillstand zwang.
Für die Art der Kriegführung, wie sie vom Hitlerregime von
Anfang an beabsichtigt war und immer krasser durchgeführt wurde,
ist
bezeichnend die Ablehnung der Bitte, die Nuntius Orsenigo in Berlin
schon
gleich bei Ausbruch des Krieges aussprach, es möchten dem Heiligen
Stuhl, wie es im ersten Weltkrieg geschehen sei, die Listen der
Kriegsgefangenen
zugestellt werden, damit sofort eine kirchliche Hilfsaktion einsetzen
könne.
Die Naziregierung wollte von Anfang an den totalitären Krieg.
Deshalb schritt sie bedenkenlos über alle Forderungen des
Naturrechts
und des Völkerrechts hinweg, ließ die neutralen Länder
überfallen, machte die zivile Bevölkerung in den
überfallenen
Ländern schutzlos und rechtlos, deportierte sie in Massen zur
Zwangsarbeit
nach Deutschland, mordete Polen, Russen, Juden und andere gewissenlos
in
Massen hin, oft in grausamster Weise, und suchte im Grauen der
Konzentrationslager
jeden Widerstand zu brechen. Rund sechs Millionen unschuldiger Menschen
sind auf diese Weise dem Terror des Naziregimes zum Opfer gefallen.
Als infolge dieser totalitären Kriegsführung Hitlers auch
die gegnerischen Mächte immer rücksichtsloser und
gewissenloser
in ihrer Kriegführung wurden, sanken unschätzbare Werte
christlicher
Kultur in Schutt und Asche.
War der Krieg 1941 auf Europa beschränkt, so wuchs er sich durch
den Angriff Japans auf die Vereinigten Staaten im Dezember 1941 zum
eigentlichen
Weltkrieg aus, der schließlich erst durch die bedingungslose
Kapitulation
Deutschlands am 8. Mai 1945 sein Ende fand, nachdem Mussolini am 28.
April
1945 durch italienische Partisanen erschossen war und zwei Tage
später
Hitler durch Selbstmord geendet hatte. Am 6. August 1945 streckte auch
Japan die Waffen, gezwungen durch die verheerenden Wirkungen der
über
Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben.
In diesen grauenvollen Jahren hat die Kirche alles nur mögliche
getan, die Leidenszeit abzukürzen und das Menschheitsleid zu
lindern.
Trotz der erwähnten Ablehnung der deutschen Regierung errichtete
Pius XII. schon am 1. September 1939 die päpstliche
Informationsstelle
für Kriegsgefangene.
In seiner Enzyklika "Summi Pontificatus" vom 20. Oktober 1939 wies
der Papst die Menschheit auf die Irrtümer der Zeit hin, aus denen
das Grauen und das Leid des zweiten Weltkrieges erwachsen war, und
zeigte
die Überwindung dieser Irrungen durch Christi Lehre und Gesetz
auf.
Der Weihnachtsbotschaft vom 24. Dezember 1939 über die Grundlagen
eines gerechten und ehrenvollen Friedens folgten die vom 24. Dezember
1940
über die Schrecken des Krieges und die Grundlagen einer Neuordnung
Europas und die vom 27. Dezember 1941 über die Voraussetzung einer
neuen Völkerordnung. Dazwischen lagen: das Schreiben d